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Xanten
Alexander Senk - der Neue im Seelsorgerteam

Xanten: Alexander Senk - der Neue im Seelsorgerteam
Die Schwerpunkt der Arbeit von Alexander Senk sind die Lüttinger Schule, Jugendarbeit mit Firmlingen und der Liturgiekreis. FOTO: heinz kühnen
Xanten. In der Xantener Viktor-Gemeinde ist der 28-Jährige zunächst als Gemeindepraktikant und nach seiner Weihe als Diakon tätig. Von Heinz Kühnen

Seelsorger oder Sozialarbeiter? Was für eine Frage: "Ein Seelsorger ist gleichzeitig immer ein Sozialarbeiter. Das gehört untrennbar zusammen", sagt Alexander Senk ganz deutlich. Das gelte für Menschen jeden Alters und jeder Lebenslage. Senk, der am Mittwoch 29 Jahre alt wird, weiß aus eigener Studienerfahrung, dass Leib und Seele eine Einheit bilden. Und dass man mit reiner Sozial-"Arbeit" nicht an den Kern des Betreuten herankommt. "Die Frage nach dem Warum, dem Woher und Wohin stellt sich auch und gerade dann, wenn du ganz unten bist", hat er unter anderem bei Praxissemestern in Irland gelernt. Und die Erfahrungen dort haben ihn bestärkt, Priester werden zu wollen. Das Studium hat er nun hinter sich. In der Xantener Viktor-Gemeinde ist er zunächst als Gemeindepraktikant und nach seiner Weihe als Diakon tätig.

Der angehende Priester redet mit fester, aber immer freundlicher Stimme, seine Augen ruhen in denen des Gegenübers. Nein, dass er einst Priester werden würde, sei ihm nicht ewig bewusst gewesen. Aber immer ein Beruf, in dem es auf Hilfestellungen ankommen solle. Das mag auch familiär bedingt sein: der Vater Berufsschullehrer am katholischen Liebfrauen-Berufskolleg in Coesfeld - da gehe es auch um die Arbeit mit Menschen mit Behinderungen -, die Mutter Arzthelferin, die Schwester Förderschullehrerin. Da gebe es auch etwas von familiären Einstellungen als Grundlage.

In seiner Heimatpfarre war er, klar, Messdiener und er sang in mehreren Chören. Mit 16 kam schon die erste Anstellung als Organist, während des Studiums vertrat er den Organisten an zwei Tagen in der Woche: "Ein schöner Nebenverdienst als Student."

Nach der Realschule und der Berufsschule mit dem Fachabitur im Sozial- und Gesundheitswesen - samt eines Jahres als Vollzeitpraktikant in einem Altenheim -, studierte Alexander Senk an der katholischen Hochschule NRW in Münster Sozialpädagogik - auch auf Anraten seines Kaplans und der Familie. Er, der inzwischen schon den Wunsch verspürte, Priester zu werden, solle sich, so die Begründung, ganz sicher sein und sich "vor dem entscheidenden Schritt in ein besonders Berufsverhältnis ohne Familie" ein zweites Standbein sichern.

Mit einem Praxissemester und einem entscheidenden Stück Grunderfahrung in Irland, dem Umgang mit Obdachlosen, Alkoholsucht, Kinderarmut und einer unglaublich hohen Jugendarbeitslosigkeit ist eine Erkenntnis gereift: "Hoffnungslosigkeit vom 18. Lebensjahr an bis zum Lebensende", weiß Senk, dass diese Menschen jemanden brauchen, der sich um sie kümmert, ihnen weiterhilft bei den grundsätzlichen Fragen des Lebens, die sich unweigerlich stellen. "Da wird man unbewusst zum Missionar, weil man merkt, dass diese Menschen froh sind, wenn sich einer ihrer annimmt." Und das sei eben in vielen Fällen die Kirche und doch eine gewisse Art von Gotteserfahrung.

Und genau das war wohl letzte Verstärker in Senks bisheriger Vita, die die Richtung bestimmt hat. Mit dem ersten Abschluss in der Tasche zog es ihn noch einmal drei Monate lang nach Irland. Er entschied sich endgültig fürs Theologiestudium und zog im Februar 2012 ins Priesterseminar in Münster.

Jetzt sammelt Alexander Senk Erfahrungen in seinem künftigen Leben an der Basis im Bistum Münster: erst vier Wochen lang im oldenburgischen Frisoythe, nun in Xanten mit Schwerpunkt Lüttinger Schule, Jugendarbeit mit Firmlingen, Liturgiekreis. Und er ist viel unterwegs mit Propst Klaus Wittke - "in der klassischen Seelsorge über die Generationen hinweg". Der geregelte Arbeitstag mit Frühstück und Mittagessen gemeinsam mit Kaplan Dr. Oliver Rothe beim Propst und vielen Nachmittags- und Abendterminen hilft. Und die vielen freundschaftlichen Kontakte, die er in all den Jahren zuvor gepflegt hat und die er weiter pflegen will.

Aber auch: "Ich muss noch ganz viel lernen", gesteht er freimütig. Dass er in Xanten gut aufgenommen worden sei, helfe ihm dabei. "Ohne Unterstützung geht es nämlich auch nicht - in der Sozialarbeit wie in der Seelsorge."

Quelle: RP
 
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