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Xanten
Alte Post: Für Nachbarn ein Dreckloch

Xanten: Alte Post: Für Nachbarn ein Dreckloch
Everhard Mingels beklagt sich über den Zustand der Alten Post an der Poststraße. FOTO: Christoph Reichwein
Xanten. Architekt Peter Werle verspricht eine Lösung. Nach den Ferien möchte er seine Pläne vorstellen. Von Heinz Kühnen

Der Europaplatz mit den Fahnen jener Länder, in denen die Partnerstädte Xanten gelegen sind, ist das Einfallstor zur Stadt schlechthin. Vom Verteilerkreis aus geht es zur historischen Altstadt, zum Römermuseum, zum Bahnhof und dem Gewerbegebiet Sonsbecker straße sowie zum Schulzentrum und Friedhof. Am Kreisel haben die Sparkasse am Niederrhein und die Volksbank ihre Filialen. Im ehemaligen Blumenladen gibt's jetzt Auto-Teile. "Und schräg gegenüber ein Dreckloch", sagt Everhard Mingels.

Und das sei, bildschön noch vorsichtig ausgedrückt. In der Tat: Hinter einem Bauzaun stehen ungeschnittene Hecken, der frühere Parkplatz ist kaum mehr zu erkennen und das einst schon fast herrschaftliche Gebäude der Post ist absolut heruntergekommen. Neun Jahre Leerstand haben dem Haus nicht gutgetan.

Damals habe Architekt Peter Werle noch große Pläne gehabt, so Mingels, im Gespräch mit der Rheinischen Post, das er im Übrigen in seiner gegenüberliegenden Gaststätte Wersinski geführt hatte, dem ehemaligen "Hotel zur Post". Damals hatte Werle von einem Wellnessteil unter anderem mit Swimmingpool geredet. Dieses sollte in der Hauptsache für die älteren Bewohner der Häuser hinter der Gaststätte auf dem abgerissen Kino-Gelände errichtet werden.

Das ist, wie gesagt, neun Jahre her. Und inzwischen ist neben Everhard Mingels Wohnung in unmittelbarer Nachbarschaft der Post (übrigens im Villen ähnlichen Gebäude der früheren Genossenschaftsbank GENO Xanten) nur auf der einen Seite etwas geschehen. Der Architekt aus Alpen baute das "Atrium", gut 80 Wohneinheiten stark. Der zur Straße gelegene Teil gehört inzwischen dem Versorgungswerk der Zahnärztekammer und im hinteren Teil sind Eigentumswohnungen entstanden.

Mingels kennt die Geschichte genau, auch die der vielen Gerüchte um Streit zwischen Architekt Werle und einem Partner, der einen Neubau verhindere. Nur: So könne es wirklich nicht weitergehen. Bei der Stadt habe man bei seinem Vorsprechen hilflos mit den Schultern gezuckt, ein Baum, der bei einem Sturm teilweise auf dem Gehweg lag, habe der DBX zwar selbst entfernt, aber bei dem Wildwuchs im "Vorgarten" seien der Stadt die Hände gebunden. Immerhin: Ratsfrau Petra Strenk (CDU) hat sich eingeschaltet, als Ratten gesichtet wurden. Die Stadt hat einen Kammerjäger avisiert.

Mingels schüttelt beim Anblick der Halb-Ruine Alte Post nur den Kopf: "Ein schlechtes Bild für einen Luftkurort." Zumal in den riesigen Platanen die Krähen laut krächzen und ihre Exkremente den Fußweg und die Straße übersäen. Und dass der Schwerlastverkehr auf der Poststraße zu stark sei, wie bereits Anlieger Andreas Radovanovic im Bürgermonitor bemängelt hatte, sei wirklich ein Ärgernis, zumal sich durch die vielen Neubauten der vergangenen Jahre die Zahl der älteren und alten Anwohner drastisch erhöht habe.

Peter Werle hat sich nach mehreren Anläufen unserer Redaktion gestern dann doch gemeldet. Bei einem Rattenbefall werde er sich natürlich sofort einschalten. Und bezüglich der Zukunft des Grundstückes sei es inzwischen doch zu einem Einverständnis gekommen. In allernächster Zeit werde er wohl auch die letzte der Atrium-Wohnungen an den Mann gebracht haben. Und nach den Ferien werde er dann seine Pläne für die alte Post bekanntgeben können.

Everhard Mingels und viele andere würde es wohl freuen.

Quelle: RP
 
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