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Xanten
Am Anfang war nur eine Karre voll Bier

Xanten: Am Anfang war nur eine Karre voll Bier
Beste Stimmung herrschte beim Biwak des Musikvereins in Vynen. Unterm Schiffermast am Rheindamm wurde bis in die Nacht gefeiert und getanzt. FOTO: Fischer
Xanten. Einmal im Jahr trifft sich der Musikverein Vynen auf der anderen Seite des Rheindeiches zum großen Biwak am Schiffermast. Von Erwin Kohl

Seit 42 Jahren gibt es dieses Sommerfest bereits, angefangen hat alles ganz einfach. "Damals sind die Musiker mit einer Schubkarre voll Bier über den Deich gefahren und haben sich dort in die Wiese gesetzt", erinnert sich der heutige Vereinsvorsitzende Dirk Heickmann. Mittlerweile ist daraus ein kleines Volksfest entstanden, das nicht nur im Terminkalender der Musiker dick angestrichen ist. Die haben bereits seit dem Mittwoch fleißig beim Aufbau mitgeholfen, denn immerhin werden rund 400 Gäste erwartet. Da hieß es Tische und Bänke schleppen, Sonnenschirme und Zelte aufstellen. Letztere dienten am Samstag aber nur dazu, Schatten zu spenden.

Mit Temperaturen um die 30 Grad und strahlend blauem Himmel herrschten beste äußere Bedingungen. Darüber freuten sich besonders die froh geschminkten Kinder, die nach dem Toben auf der Hüpfburg gratis mit Eis versorgt wurden.

Gleich zu Beginn machten die 30 Musikanten unter der Leitung von Martin Jansen mit einem Abba-Medley deutlich, dass Blasmusik keinesfalls altmodisch daher kommen muss. Damit die Musiker die Gelegenheit bekamen, sich mit Reibekuchen oder einer Wurst vom Grill zu versorgen, wurden sie zwischendurch von den Tambourcorps aus Lüttingen und Vynen abgelöst, die das Publikum mit ihren Ständchen begeisterten.

Nach dem Platzkonzert kamen dann Jüngere und Junggebliebene bei der "Ü 25-Party" auf ihre Kosten. Passend zu den heißen Rhythmen vom Plattenteller servierten Frauen aus dem Verein als "Hula-Mädchen" verführerische Cocktails wie Sex on the Beach oder Pina Colada. Auch dieses Mal wurde durchgefeiert bis zum nächsten Tag und das aus gutem Grund. "Wenn über dem Rhein die Sonne aufgeht, ist das der absolute Höhepunkt der Nacht. Den will niemand verpassen" erklärt Dirk Heickmann.

Besonders viel Schlaf bekommen Vynens Blasmusiker in dieser Nacht nicht, denn schon wenige Stunden nach der Feier trifft man sich traditionell zum Aufräumen. "Um 15 Uhr wollen wir den Platz besenrein verlassen haben", so Heickmann. Mit dem Biwak will der Verein nicht nur das Gemeinschaftsgefühl stärken, sondern nebenbei die Jugendarbeit fördern. Deshalb wandert der Erlös komplett in die Nachwuchsarbeit.

Dafür packen alle mit an. Während die Musiker aufspielen, bedienen ihre Partner und Freunde an den Getränke- und Imbissständen. Einer von ihnen ist Christian Scheffer. Dass er in der hochsommerlichen Hitze ausgerechnet den Job am Grill bekommen hat, macht ihm nichts aus: "Wir werden von den anderen regelmäßig mit kalten Getränken versorgt, und auf dem Grill bleibt immer was übrig."

Quelle: RP
 
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