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Xanten
Amüsant-nachdenklicher Rückblick auf vier Jahrzehnte TIX

Xanten: Amüsant-nachdenklicher Rückblick auf vier Jahrzehnte TIX
Peter Friese hat von Januar 1982 an den Tourismus in Xanten auf die Schiene gesetzt. Gestern hielt er auf amüsante Art Rückschau. FOTO: Armin Fischer
Xanten. Aus einem Verein ist eine professionelle Organisationseinheit geworden. Luftkurort und Barrierefreiheit als neue Herausforderungen. Von Sabine Hannemann

Bürgermeister Thomas Görtz schlüpfte gestern als Geschäftsführer der Tourist-Information Xanten (TIX) beim Festakt in eine "komfortable Rolle". Er begrüßte Gäste, die vor vier Jahrzehnten maßgeblich den Tourismus in Xanten angekurbelt haben und lobte das Engagement, der historischen Stadt ein Profil zu geben, das weit ins Land hineinreichen sollte.

Zu den starken Antriebsmotoren zählte er den kürzlich verstorbenen Heinz Trauten, 29 Jahre lang Stadtdirektor. "Er hatte geniale Ideen, anderen für Tourismus in Xanten Geld aus der Tasche zu ziehen. Das hat er hervorragend verstanden", formulierte Görtz locker. Dabei stellte sich dem ein oder anderen die Frage, was aus der Stadt geworden wäre, hätte die TIX mit dem Engagement vieler Akteure und Sponsoren nicht die Zügel in die Hand genommen.

Aus einem Verein, der sich am 28. Januar 1978 gründete, ist mittlerweile eine professionell arbeitende Organisation geworden. An ihre Anfänge wurde erinnert. Sabine van der List, seit 20 Jahren an der TIX-Spitze, sprach von neuen Herausforderungen für Xanten als Luftkurort und barrierefreie Stadt. "Barrierefreiheit bedeutet mehr als Rampe und Rollstuhl", sagte die TIX-Chefin. Barrierefreiheit als Komfortmerkmal gelte für Menschen mit Handicap, für Senioren wie auch für die agile Generation 50plus, die Xanten an markanten Orten wie APX, Dom und Stiftsmuseum erleben wollen. Als Stadt mit Kurverwaltung erlange Xanten noch mehr Akzeptanz.

Peter Friese, der mit Amtsantritt am 1. Januar 1982 den Tourismus auf die Schiene setzte, lud zu ein zur amüsanten Zeitreise mit mahnenden Worten. Als Arbeitsgemeinschaft Freizeit und Fremdenverkehr Xanten (afx) gegründet, wollte das Team stets eine Nasenlänge vorn sein. Innovativ gestalteten sich öffentliche Auftritte auf großen Tourismus-Messen in Tunika und Toga.

Als eines der ersten Büros in der Stadt verfügte Friese schon 1993 über ein Faxgerät und ein Buchungssystem. Revolutionär der Einsatz eines Elektro-Mobils namens TIXI. "Es wurde belächelt und zunächst die Zulassung wegen fehlender Abgasuntersuchung verweigert", erinnerte Friese.

Als sensationell galten die APX-Sommerfestspiele unter freiem Himmel. Xanten als "Klein Verona am Niederrhein" zog Musikfreunde magisch an. Im Fernsehen präsentierte sich die Stadt mit spektakulären Shows mit Hänschen Rosendahl oder Thomas Gottschalk einem Millionen-Publikum. "Es gibt in Deutschland drei Bühnen, auf denen du auftreten musst", sagte Wolfgang Niedecken, BAB-Bandleader. Neben der Waldbühne Berlin und der Loreley nannte er den APX.

Auch verpasste Chancen wie die Modelleisenbahn und die Motorrad-Sammlung als feste Ausstellung oder die Idee, Hotelschiffe vor Ort ankern zu lassen, benannte Friese. Die Geschäfte der Innenstadt hätten profitieren können.

Quelle: RP
 
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