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Unsere Woche
Annaberger gehen auf die Barrikaden

Unsere Woche: Annaberger gehen auf die Barrikaden
FOTO: Fischer Armin
Xanten. Die Annaberger gehen auf die Barrikaden. Unterdessen nähern sich die Partner des Kommunalen Wasserwerks wieder an.

Irgendwann ist das Fass am Annaberg übergelaufen, die Stimmung kippte. Jahrelang war der Bergbau umgegangen und hatte die Häuser ruiniert. Nun werden Straßen und Kanäle saniert. Alles dreckig, Dauerbaustellen, und die Bürger sollen dafür auch noch zahlen. In dieser Woche entlud sich der Ärger in der Ratssitzung, wo sich zahlreiche betroffene Anwohner Luft machten. Die Kritik ging an die Adresse der Verwaltung, die für die Bergschäden nichts kann. Und auch nicht für die Gesetzeslage, bei der nach Zeitwert entschädigt wird, wenn Straßen repariert wird. Das wissen auch die Annaberger. Aber die Stadt hätte früher informieren müssen. Das will sie bald endlich tun. Es soll eine Info-Veranstaltung geben, vielleicht schon im Januar.

Gleiche Stelle, andere Welle: Auch das Messe-Zentrum am Annaberg war Gegenstand der Diskussion im Rheinberger Rat. Die Bürgerinitiative Messe Annaberg (BIMA) trat erneut auf und sagte klipp und klar: Wir wollen kein Logistikzentrum. Wohnhäuser könne man gerne errichten, wenn die alten Reichel-Hallen abgerissen werden sollten. Aber bitte keine Lkw, keinen Lärm, keine nächtliche Dauerbeleuchtung!

Aus Sicht der Anwohner eine nachvollziehbare Forderung, die wegen eines anderen Nachbarn allerdings schwer durchzusetzen sein dürfte: Das Chemiewerk Inovyn (ehemals Solvay-Werksteil West) könnte Mindestabstände zu einer Wohnbebauung von 1,2 Kilometern geltend machen. Wir werden die Diskussion weiter verfolgen und sind gespannt, was passiert. .

Eine wegweisende Entscheidung hat der Rat zur Trinkwasserversorgung gefällt. Der Konzessionsvertrag - er regelt, wer das Trinkwassernetz wie und wann nutzen darf - wird nun doch nicht gekündigt, sondern um 15 Jahre verlängert. Es machte sich mehrheitlich die Auffassung breit, dass das Kommunale Wasserwerk (KWW) als Gesellschaft schaden nehmen könnte. Die Rheinberger auf der einen und Xanten, Alpen und Sonsbeck auf der anderen Seite müssen sich jetzt schnell zusammenraufen, um künftig - ohne die Niag als Geschäftsbesorger - zuverlässig Trinkwasser liefern zu können. Altes Vertrauen muss wieder hergestellt werden.

In diesem Sinne: ein schönes drittes Adventswochenende!

UWE.PLIEN@RHEINISCHE-POST.DE

Quelle: RP
 
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