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Xanten
Anwalt veruntreut Mandantengeld: 5400 Euro Strafe

Xanten. Weil ein ehemaliger Rechtsanwalt aus Kamp-Lintfort Mandantengelder veruntreut hat, muss der Mann jetzt eine Geldstrafe zahlen. Das Rheinberger Amtsgericht hat den Mann nun unter Einbeziehung einer Vorstrafe zur Zahlung von insgesamt 5400 Euro verurteilt. Der 47-Jährige hat seine Zulassung bereits abgegeben. Von Birgit Lameyer

Vor knapp vier Jahren hatte der Kamp-Lintforter Anwalt insgesamt 75.000 Euro für einen Mandanten entgegengenommen, die dem Mann nach einem Rechtsstreit für einen ärztlichen Fehler gezahlt wurden. Davon überwies der Anwalt aber lediglich 60.000 Euro an seinen Mandanten.

Erst nachdem er mehrmals dazu aufgefordert worden war, überwies er vier Monate später weitere 3000 Euro. Den Rest verwendete er für sich. "Es lässt sich nicht schönreden, es ist so", gab er auch vor Gericht zu, nachdem die Anklage verlesen wurde. Zunächst habe er geglaubt, die fehlenden 15.000 Euro mit den Forderungen für anwaltliche Tätigkeiten verrechnen zu können. Später stellte sich allerdings heraus, dass die Summe nur ein Drittel des einbehaltenen Geldes betrug. Jetzt könne und dürfe er den Rest gar nicht zahlen, weil er in Privatinsolvenz sei.

Eine finanzielle Schieflage habe es schon lange vor der Veruntreuung gegeben, räumte der Angeklagte ein. Das sei sogar schon seit Beginn seiner Selbstständigkeit so gewesen. Da sein vorheriger Arbeitgeber nicht zahlte, habe er kein finanzielles Polster für seine Selbstständigkeit gehabt. Das machte sich bald bemerkbar. Dennoch habe er nach dem "Prinzip Hoffnung" weitergemacht.

Letztendlich sah er wenig Alternativen zu seinen Handlungen. Anstatt sich seine berufliche Niederlage einzugestehen, steckte er den Kopf in den Sand. Außerdem habe er sein Privat- und sein Geschäftskonto nicht sorgfältig voneinander getrennt, gab der ehemalige Rechtsanwalt zu. Somit wurde von einem Teil des für den Mandanten bestimmten Geldes sein Soll auf dem auch privat genutzten Konto ausgeglichen.

"Das trifft den Geschädigten durchaus hart", sagte der Vertreter der Staatsanwaltschaft.

Ohne den langen Zeitablauf und das Geständnis wäre sicherlich auch eine Freiheitsstrafe denkbar gewesen.

Quelle: RP
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