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Xanten
APX öffnet seine Tore für das größte aller Römerfeste

Xanten. Zwei volle Tage lang ist der Park am Samstag und Sonntag erfüllt von lebendiger Archäologie zum Zuschauen und Mitmachen. Bei "Schwerter, Brot und Spiele" erlebt man keine Schauspieler, Kostüme oder Theater.

Viele Akteure tragen einen Teil zur Experimentellen Archäologie bei, indem sie ihre Ausrüstung möglichst originalgetreu herstellen und im Einsatz testen. Mit jahrelang erworbenem Fachwissen und viel Leidenschaft für die lebendige Antike haben sie viel zu erzählen. Ihre in der Praxis gewonnenen Erkenntnisse finden auch in wissenschaftlichen Kreisen zunehmend Beachtung.

Die Bevölkerung der römischen Stadt bestand großenteils aus Handwerkern und Händlern. In den Straßen wechselten Schmiede mit Knochenschnitzern, Tuchverkäufer mit Steinmetzen, Schuster mit Fleischern und Gewürzhändler mit Malern. Den einen können die Besucher bei der Arbeit über die Schulter schauen, mit den anderen können sie feilschen. Gelegenheiten, Souvenirs zu erwerben oder selbst einmal Hand anzulegen, gibt es reichlich. Dazwischen bieten Garküchen allerhand Gaumenschmeichler nach römischen Rezepten.

Mehrere große Militärgruppen schlagen ihre Zelte im APX auf. Sie zeigen keine reißerischen Kämpfe à la Hollywood, sondern präsentieren in ihren Marschlagern den friedlichen Alltag der Legionen an der Reichsgrenze. Aber mehrfach täglich demonstriert die römische Armee ihre Stärke: Wenn die Legionäre die Schildkröte bilden oder in Angriffsformation vorrücken, sollte man sich ihnen lieber nicht entgegenstellen. Schießübungen mit großen Katapulten zeigen die Durchschlagskraft der antiken Waffentechnik. Zu den Höhepunkten zählen besonders auch die Vorführungen der prachtvoll ausgestatteten römischen Reiter.

Zum Glück sind die Zeiten der grausamen Kämpfe in der Arena lange vorbei. Den Römern mit den Moralvorstellungen ihrer Zeit galten die "Spiele" eher als sportlicher Wettkampf: Nur bestimmte Gladiatoren kämpften gegeneinander, und alle mussten strenge Regeln befolgen. Dies soll gezeigt werden, ohne dass die Unterhaltung zu kurz kommt. Weil die Kämpfe nicht choreographiert sind, holen die Akteure sich manchen blauen Fleck. Dieses Spektakel lassen auch die Gladiatoren selbst sich gerne gefallen.

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren erhalten freien Eintritt. Viele Gruppen bieten spezielle Mitmachaktionen und Spiele an, die auch dann kostenlos sind, wenn ein römisches Souvenir zum Mitnehmen hergestellt wird. Bei den Handwerkern wird geschmiedet, gemeißelt und geschnitzt, bei den Legionen können die Nachwuchsrömer ein Kettenhemd überziehen und das Minikatapult bedienen. Wer Glück hat, darf sogar einmal bei einem Reiter aufsitzen.

Quelle: RP
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