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Sonsbeck
Arbeitskreis Asyl hat eine neue "Heimat"

Sonsbeck. Bürgermeister Schmidt bekennt sich zur Integration: "Wer menschlich handelt, handelt nie falsch." Von Rita Hansen

Entlang der Fensterfront verbreiteten unzählige, bunt bemalte und beklebte Kerzengläser heimelige Atmosphäre. So erschien der Schulungsraum des Arbeitskreises Asyl in einem ganz neuen Licht. Längst haben sich die ehrenamtlichen Sprachpaten mit ihren Schülern im Raum an der Weseler Straße eingerichtet. Mit einem Weckmannessen dankten Bürgermeister Heiko Schmidt sowie das Team des Integrationsbüros den Paten für ihren Einsatz.

"Es war der Wunsch der Ehrenamtlichen, einen eigenen Raum zu haben", sagte der Bürgermeister. Integration liege der Verwaltung am Herzen, umsetzen müsse man sie mit geringen finanziellen Mitteln. Umso wertvoller sei es, Familie Orgassa die Räumlichkeiten günstigen zur Verfügung stelle. "Es ist schön zu sehen, wie die alte Werkstatt neu genutzt wird. Integration wird oft kontrovers diskutiert. Ich sage, wer menschlich handelt, handelt man nie falsch", so Schmidt.

Die Gründe für ehrenamtliches Engaement sind vielfältig. "Wir wollen ja, dass die Flüchtlinge integriert werden. Dann müssen wir auch etwas tun. Sonst bleiben die immer allein", sagte Gerd Vahnenbruck. Zudem mache die Arbeit Spaß. Besonders, wenn man die Lernerfolge seiner Schützlinge sehe, sagte Horst Vermöhlen. Es sei nicht immer leicht. "Aber die Höhen überwiegen." Hilfreich sei die Unterstützung der Gemeinde und des Teams des Integrationsbüros, lobten die Ehrenamtlichen.

Mit dem festen Anlaufpunkt an der Weseler Straße bieten sich neue Möglichkeiten, so Ehrenamtskoordinatorin Anja Heidenreich. "Ich möchte diesen Raum zu einem Stück Heimat für Flüchtlinge machen." Ein Ort, an dem neben den Sprachkursen Treffen stattfinden, mal für Frauen, mal für Mütter mit Kindern oder auch für Familienangebote. So wie das Basteln, bei dem Gläser bemalt und beklebt wurden, wie Neele (10) und Jenna (8) erzählten. Sie begleiteten ihre Mutter Leonie Weist, nicht nur zum Weckmannessen, sind auch bei den Angeboten aktiv.

Begonnen hat es mit einem Sprachkurs für Kinder im Sommer. Seit das aus beruflichen Gründen nicht mehr möglich ist, bietet Leonie Weist Einzelaktionen an. "Wir haben vor 30 Jahren die Integration bei den Gastarbeitern verpasst. Ich möchte nicht, dass meine Kinder in einer Welt groß werden, in der das ein Thema ist", beschreibt sie ihre Motivation für ihr Engagement.

Helfer würden benötigt bei der Begleitung bei Arzt- bis Amtsbesuchen, zur Unterstützung beim Lernen der deutschen Sprache oder für Spielangebote für Kinder. Auch das Team der Fahrradwerkstatt sucht noch Verstärkung.

Quelle: RP
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