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Unsere Woche
Auch die Schulpolitik nimmt Fahrt auf

Xanten. Nach drei Jahren Anlauf hat der Schulausschuss die Hürde Raumkonzept zum Ausbau der Europalschule genommen. Hohe Kosten erleichtern es den Rheinbergern, ihre Arme für die Sekundarschule Alpen zu öffnen.

Der Sommer hat erfreulicherweise einen langen Atem, die langen Ferien aber sind Geschichte. Das gilt auch für die Schulpolitik, die in dieser Woche in Rheinberg und Alpen volle Fahrt aufgenommen hat. Und es ist eine wichtige Entscheidung gefallen: Der ewig diskutierte Ausbau der Europaschule hat eine Mehrheit gefunden. Das Raumkonzept ist - vorbehaltlich der Zustimmung des Rates - beschlossen. Und das ist auch gut so.

Selbstverständlich sind die 13 Millionen Euro nicht das Ende der Fahnenstange. Aber wer A sagt, muss bekanntlich auch B sagen: Die Gemeinschaftsschule läuft auf die Oberstufe zu. Und um gute Bildungsarbeit abzuliefern, braucht's nun mal die erforderlichen Rahmenbedingungen. Und man sollte davon ausgehen, dass nach drei Jahren Sparanstrengungen ein Maß gefunden worden ist, dass die Erweiterung nicht im Luxus-Verdacht steht. So gesehen ist das kategorische Njet aus Reihen der CDU schon verwunderlich. Es ist nicht zu leugnen, dass diese Investition den schwächelnden Haushalt der Stadt auf lange Zeit belasten wird. Aber daraus den Schluss zu ziehen, dass die, die für das Raumkonzept gestimmt haben, die Zukunft der Stadt verantwortungslos aufs Spiel setzen, wäre falsch.

Vielmehr drängt sich hier der Verdacht auf, dass im Hinterkopf der Verweigerer Unbehagen, ja sogar Vorbehalte gegen eine Schulform wirken, die neben dem Gymnasium ebenfalls zum Abitur führt. Hier, so scheint es, wird vor Ort unter dem Deckel des knappen Geldes, ein schulpolitischer Konflikt ausgetragen, der auf Landesebene längst befriedet ist.

Dem Bildungsstandort Rheinberg tut das ganz sicher nicht gut. Und dass mit jeder Verzögerung die Kosten weiter nach oben schnellen werden, ist aus finanziellem Gesichtspunkt nun auch nicht gerade verträglich.

Parallel meldet sich die Existenzfrage für den Schulstandort Alpen. Dass die Rheinberger signalisieren, dass ihnen die Fusion als Rettungsanker einen Mitfinanzier ins Stadthaus spült, ist kein gutes Signal für eine gedeihliche Kooperation zum Nutzen aller.

Es geht nicht ums Geld, sondern um Bildung und damit um Schüler. Dass die auch in Alpen weiter möglichst wohnortnah zur Schule gehen sollen, ist ein wertvolles Ziel. Das kann die erweiterte Kooperation mit der Europaschule langfristig sicherstellen. So ist die grundsätzliche Bereitschaft in Rheinberg dazu sicher zu begrüßen. Verständlicherweise aber gibt sich die Sekundarschule in Alpen nicht geschlagen und behauptet ihre Eigenständigkeit. Dafür gibt es gute Gründe. Die Schule leistet gute Arbeit. Keine Frage. Was derzeit politisch passiert, ist lediglich Vorsorge für den Fall, dass Eltern aus welchen Gründen auch immer der Schule das Fundament entziehen. Sie müssen überzeugt werden, dass ihr Kind hier von Anfang an gut aufgehoben ist und nicht erst, wenn's andernorts Schiffbruch erlitten hat.

BERNFRIED.PAUS@RHEINISCHE-POST.DE

Quelle: RP
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