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Xanten
Bahnhof-Ruine für einen Euro unterm Hammer

Xanten. Ein "mit einer denkmalgeschützten Ruine bebautes Grundstück" an der Straße zur Bahn 9 in Xanten-Marienbaum wird am 16. November im Amtsgericht in Rheinberg zwangsversteigert. Gemeint ist der ehemalige Bahnhof, der im Mai 2006 ausgebrannt und seitdem eine einsturzgefährdete Ruine ist. Das Hauptgebäude, das als Bahnhof genutzt wurde (teilweise mit Gaststätte), wurde 1904 errichtet, das Nebengebäude diente als WC- und Lampenhäuschen. Beide Gebäude unterliegen dem Denkmalschutz.

Marcel Baier hatte das Gebäude mit seiner Familie Anfang 2000 mit viel Geld und Arbeit auf Vordermann gebracht. Der Elektromeister hatte sich dort eine Werkstatt eingerichtet und wollte aus dem ehemaligen Gebäude ein Schmuckstück mit drei oder vier Ferienwohnungen machen.

Dann kam der 13. Mai 2006. Baier war nicht daheim. Einbrecher zündelten in dem Haus. Als Baier zurückkam, war alles verbrannt: Wohnung und Werkstatt, Bilder, Bücher, Dokumente, Fotos, Kleidung. Alles. Die Versicherungen zahlten allerdings keinen Cent, weder die Gebäude- noch die Hausratsversicherung. Die Baiers klagten sich vergeblich durch alle Instanzen, derweil liefen die Kosten weiter, musste der Kredit bei der Bank abbezahlt werden. Anfang 2016 kam der Bescheid aus Karlsruhe: Der Bundesgerichtshof würde eine Klage nicht zulassen.

Im September 2016 flatterte der Familie dann ein Brief des Amtsgerichts Rheinberg ins Haus: Für den ehemaligen Bahnhof sei eine Bank im Grundbuch eingetragen, die eine Zwangsversteigerung betreiben werde. Am Donnerstag, 16. November, um 11.30 Uhr kommt der abgebrannte Bahnhof in Saal 20 des Amtsgerichtes an der Rheinstraße 67 in Rheinberg unter den Hammer. Verkehrswert: ein Euro!

(jas)
 
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