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Xanten
Begegnung mit Gott in einer Garage

Xanten: Begegnung mit Gott in einer Garage
Kaplan Rothe (hinten links) feierte die Abendmesse in einer Doppelgarage in der Beek. FOTO: Olaf Ostermann
Xanten. Gut 150 Teilnehmer erlebten die Gemeinschaft in einer Abendmesse an einem ungewöhnlichen Ort in der Beek. Von Beate Wyglenda

Unter dem Leitspruch "Gott kann uns überall begegnen" feierten am Sonntagabend gut 150 Christen der Xantener Propsteigemeinde St. Viktor die erste von zwei Messen an einem ungewöhnlichen Ort. Anstatt wie üblich im gotischen Dom trafen sich die Gläubigen in der Garage der Familie Frücht in der Beek. Gerade die Einfachheit des Gottesdienstes machte diesen modern und einladend.

Normalerweise ist der Raum ein Abstellplatz für Fahrzeuge. Vielleicht stehen auch ein paar Gartengeräte darin, womöglich auch die Mülltonnen. Kein Vergleich zu Xantens prachtvollem Dom. Und doch war die Messe in der Beeker Garage besonders gelungen. "Gerade die Einfachheit hat mir gut gefallen", sagte Marlies Fritsch. "Die Aussagen ,kommt alle' und ,überall kann Gottesdienst gefeiert werden' waren deutlich zu spüren", ergänzte sie. "Es war ein Gottesdienst wie zu Zeiten Jesu Christi. Einfach, eindrucksvoll und offen", bestätigte auch Bärbel Post.

Tatsächlich gesellten sich zu den sonntäglichen katholischen Kirchengängern auch zahlreiche andere Interessierte. "Viele sind heute aus Neugier gekommen", wusste auch Kaplan Dr. Oliver Rothe. "Die Messe open air ist ein niederschwelliges Angebot. Die Leute konnten einfach mal ausprobieren, wie der Gottesdienst für sie funktioniert, und im Zweifelsfall unbemerkt wieder verschwinden", fügte er hinzu. Auch Norbert Kalisch ist, in der Nachbarschaft wohnhaft, aus Neugierde zur Messe gekommen. "Ich gehe seit langem nicht mehr in die Kirche, doch dieser Gottesdienst hat mir wirklich gut gefallen. Anstatt der typischen Predigten ging es darum, wie die Kirche auf die Menschen zugehen kann", erklärte er.

Die Geschichte der Speisung der 5000 aufgreifend, machte Kaplan Dr. Oliver Rothe in seiner Predigt begreiflich, was das Wunder uns noch heute sagen kann. Dafür sprang mitten in der Erzählung René Siepermann aus der Menge hervor und fragte, wer denn glauben solle, dass Christus mit fünf Broten tausende von Menschen gesättigt habe. Im Zwiegespräch enthüllten beide dann die wahre Bedeutung des Speisenwunders. "Es geht darum, dass, so wie Christus sich für alle Menschen eingesetzt hat, auch wir niemanden von der Eucharistie ausschließen dürfen. Es geht um die Frage, wie wir Gott begegnen können", so der Kaplan.

Nach der Messe waren alle Besucher auf ein Getränk und einen Snack in den Garten der Familie Frücht eingeladen. "Es ist schön, wenn nicht nur die Menschen in die Kirche gehen können, sondern auch die Kirche zu den Menschen kommt", sagte Adele Weniger. Und Gisela Reckward ergänzte: "Auch für Kinder ist diese Form des Gottesdienstes sehr ansprechend."

Die zweite Messe open air wird am Sonntag, 1. August, an der Fischerhütte in Lüttingen um 17 Uhr gefeiert.

Quelle: RP
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