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Xanten
Bei Micado ein echtes Zuhause gefunden

Xanten: Bei Micado ein echtes Zuhause gefunden
Die Bewohner und Mitarbeiter von Micado auf der Terrasse. Mittendrin mit Blumenstrauß: Maria Steffan, die das Wohnheim gegründet hat. FOTO: ostermann
Xanten. Das Wohnheim für Kinder und Jugendliche mit Autismus am Trajanring in Xanten wurde vor 20 Jahren gegründet. Von Dirk Möwius

Große Aufregung am Trajanring 37: Die Bewohner und Mitarbeiter treffen sich zum Fototermin auf der Terrasse. Tagelange Vorbereitung war nötig, um die Menschen, die dort leben, auf diesen Tag einzustimmen. Für Menschen mit Autismus sind Dinge, die sie aus dem gewohnten Rhythmus reißen, schwierig - selbst wenn es so etwas schönes wie eine Geburtstagsfeier ist. Micado, das heilpädagogische Wohnheim in Xanten, besteht seit 20 Jahren. Zum ersten Mal erzählt Maria Steffan, Gesellschafterin und Geschäftsführerin, was sie zur Gründung des Haues antrieb. Ihr eigener Sohn war als Kleinkind nach einer Impfung schwer erkrankt. Doch bundesweit fand sich keine Einrichtung, die ein schwer beeinträchtigtes autistisches Kind aufnehmen konnte. Maria Steffan stellte sich der Herausforderung und schuf selbst mit viel Mut und Kraft so eine Einrichtung - das Micado.

Acht Kinder und Jugendliche fanden in Xanten Platz, angesichts der großen Nachfrage kam im Jahr 2000 ein zweites Haus mit Platz für zwölf Kindern in Bönninghardt dazu. Der hohe Zaun rund um das Gebäude ist keineswegs als Abschottung nach außen gemeint. "Menschen mit Autismus haben überhaupt kein Gefahrenbewusstsein", so Maria Steffan. Deshalb müsse man sicherstellen, dass nicht ein Bewohner völlig unbedarft auf die Straße läuft.

Insgesamt 45 Mitarbeiter sorgen unter der pädagogischen Leitung von Wolfgang van den Boom (Xanten) und Anissa Schuchert (Alpen) dafür, dass die Bewohner sich wohlfühlen. Autistische Menschen sind sehr sensibel und brauchen viel Zuspruch. Bei Micado haben sie ein echtes Zuhause gefunden. "Manche besuchen zwar noch die Eltern, machen aber deutlich, dass sie dann auch wieder zurückwollen. Sie haben Micado als ihre Heimat angenommen. Ich danke meinen Mitarbeitern für die hervorragende Arbeit und ihr hohes Maß an Einfühlungsvermögen und Arbeitseinsatz. Wir erleben täglich ausgeglichene und glückliche Bewohner", so Steffan.

Aus Kindern werden Leute - auch bei Micado. Heute sind es viel junge Erwachsene, die dort leben. Tagsüber sind sie im Regelfall in den Einrichtungen der Lebenshilfe oder im Heilpädagogischen Zentrum Geldern. Doch auch, wenn sie dem Rentenalter näher kommen, wird Micado ihr zuhause bleiben können. "Darauf werden wir uns einstellen und Lösungen finden", sagt die Gründerin. Das Jubiläum soll gleich an mehreren Tagen in diesem Jahr gefeiert werden. Es gibt Partys in den Häusern, die Gruppen gehen in Restaurants lecker essen und am 23. August findet bei Micado in Alpen ein großes Sommerfest statt. Jetzt wurde das Haus geschmückt, und die Gründerin gewürdigt. Wolfgang van den Boom und Anissa Schuchert: "Wir möchten unserer Chefin gratulieren und an dieser Stelle mal Dankeschön sagen. Micado ist etwas Besonderes!"

Quelle: RP
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