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Xanten
Beim Löschzug Nord gab es was zu feiern

Xanten: Beim Löschzug Nord gab es was zu feiern
Herzlichen Glückwunsch: "Doc" Deymann ist nicht nur seit 44 Jahren in der Feuerwehr, er war am Sonntag auch seit 30 Jahren mit seiner Frau Tina verheiratet. FOTO: Ostermann
Xanten. Vor zehn Jahren entstand aus den Löschgruppen Vynen und Marienbaum der Löschzug Nord, zum sechsten Mal fand die Meisterschaft im Schlauchziehen statt und auch langjährige Kameraden wurden beim Tag der offenen Tore geehrt. Von Kai Homeier

Viele denken beim Thema Feuerwehr an Brände, Unglücke oder schlimme Ereignisse und zucken unbewusst zusammen. Das ist auch den Kameraden des Löschzugs Nord bewusst, und darum laden sie einmal im Jahr die Bevölkerung zu sich "nach Hause" an den Spettmansweg ein. Die Menschen aus der Umgebung folgen dankbar der Einladung "ihrer" Feuerwehr und ließen sich nicht lange bitten.

Begonnen wurden die Feierlichkeiten mit einem ökumenischen Gottesdienst am Hagelkreuz gegenüber der Feuerwehrhalle. Es ist schon eine besondere Atmosphäre, da wo sonst die Einsatzfahrzeuge parken, stehen nun Bierzeltgarnituren. Menschen genießen Kaffee und Kuchen und werden von den ehrenamtlichen Feuerwehrleuten umsorgt. "Mit dem Tag der offenen Tore möchten wir mal lockerer auf die Menschen zugehen - abseits vom Einsatzgeschehen", sagt Pressesprecher Simon Greeven. Sehr erfreut ist er über drei Einlässe zum Feiern: Vor zehn Jahren entstand aus den Löschgruppen Vynen und Marienbaum der Löschzug Nord, bereits zum sechsten Mal findet die Meisterschaft im Schlauchziehen statt und eben der Tag der offenen Tore.

Die Einsatzfahrzeuge parken dazu auf dem Parkplatz hinter dem Gebäude und können von allen bestaunt werden. Und für den Fall der Fälle gibt es auch eine Einsatzbereitschaft, wenn irgendwo Not herrscht. "Aber", sagt Simon Greeven und klopft drei Mal auf den Tisch: "Das möchte niemand heute." Währenddessen zieht es viele aus der Halle nach draußen, Kampfgebrüll ist zu vernehmen, der nächste Schlauchziehdurchgang steht an. Ein Wettbewerb, ähnlich wie das bekannte Tauziehen. Nur eben, dass ein waschechter Feuerwehrschlauch verwendet wird. Immer sechs Personen versuchten dabei, die anderen sechs über die Linie zu ziehen. Angefeuert wurden sie dabei von den Zuschauern, die auch mit Tipps nicht sparten. "Ziiiiiiiiiiieht!", erschallt es mehrfach über den Platz, oder "Po nach unten". Fast hätte eine Mannschaft die Gegenseite ruckartig auf allen Vieren befördert, aber nur fast, die letzten Kräfte wurden mobilisiert und plötzlich waren es die harten Kerle, die verdutzt auf dem Boden lagen und mit vor Anstrengung roten Gesichtern über sich selbst lachen mussten.

Erwähnenswert ist besonders der Club der blauen Helme. Engagierte Feuerwehrleute, die mit spektakulären Aktionen die Kinderkrebshilfe unterstützen. Und das in voller Montur, sprich Ausrüstung am Mann und unter Atemschutz. Ganz schön gewaltig mag sich manch einer danken und ja, es ist gewaltig. Darum sprechen die Engagierten auch von Gewaltmärschen, die sie für die gute Sache durchziehen.

Unlängst wurde ein solcher absolviert. 42 Kilometer eben in voller Montur, um Leid zu lindern. Mit solchen Sponsorenläufen wird Geld für die Kinderkrebshilfe gesammelt. Dazu diente auch die Tombola des Löschzugs, der Club der blauen Helme konnte sich über eine Geldspende freuen. Und die Glücklichen unter den Besuchern, mit denen es Fortuna besonders gut meinte, konnten sich über eine Musicalreise freuen. Und wer weiß, vielleicht ist bei einigen auch das Interesse an einer Mitarbeit in der freiwilligen Feuerwehr geweckt worden. Letztes Jahr waren es drei neue Kameraden, die den Weg in die Wehr fanden.

Quelle: RP
 
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