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Xanten
Bergbaugeschädigte machen Druck

Xanten. Im Birtener Bürgerhaus warb die Initiative um Unterstützung. Von Peter Kummer

Der Bürgerinitiative der Salzbergbaugeschädigten sind seit ihrer Gründung Anfang des Jahres schon rund 1000 Anwohner vor allem aus Rheinberg und Alpen beigetreten. Das sei viel, aber nicht genug, um politischen Druck zu erzeugen, sagte der Vorsitzende Wilhelm Fischer im Birtener Schützenhaus und erinnerte daran, dass im kommenden Jahr ein neuer Landtag gewählt wird. "Wir müssen unser Gewicht weiter vergrößern", sagte Fischer. Seit einigen Monaten wirbt er gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen auf Informationsabenden in den Ortschaften für die Initiative, ihre Ziele und eine kostenlose Mitgliedschaft.

Seit 1926 wird in und um Rheinberg unter Tage Salz abgebaut. Die Bagger schaufeln sich immer weiter Richtung Norden vor, der Rahmenbetriebsplan hat Birtener Gebiet und die Bislicher Insel erreicht. Dieser Abbau bereitet vielen Hausbesitzern große Sorgen, da sich das Erdreich immer weiter absenkt. Cavity, eine 100-prozentige Solvay-Tochter, arbeitet als Schadensreguliererin für die Schäden an Häusern.

Der Bergbau führe zu großen Schäden an den Gebäuden, erläuterte Fischer. Das könnten zum Beispiel Verdrehungen im Dachstuhl, Risse in der Wand, Entwässerungsprobleme und ein undichtes Dach sein. "Die Cavity kommt dann zwar sofort raus, bringt Messbolzen an den Wänden an, aber hinterher hört man nicht mehr viel von ihr. Darum wird es Zeit, auf uns aufmerksam zu machen." Ein weiteres Problem, das durch Starkregenereignisse wie Anfang Juni größer werde, sei die Bildung von Trichtern durch Geländeabsenkungen von bis zu fünf Metern. Das werde 100, 200 oder sogar 300 Jahre anhalten. Erstes Ziel der Bürgerinitiative ist die Einrichtung einer neutralen Schlichtungsstelle, wie es sie schon im Kohlebergbau gibt. Es sei nicht zu akzeptieren, dass derjenige, der den Schaden verursacht, ihn selbst bewertet und entscheidet, erklärte Fischer. Außerdem kündigte er die Schaffung eines Schadenskatasters an. Ein Gutachter könne eine erste Bestandsaufnahme vornehmen und erläutern, wie der Eigentümer am besten weiter vorgeht. Auf alle Fälle sollte ein Schaden der Cavity mitgeteilt werden.

In Birten lud der stellvertretende CDU-Vorsitzende Tanko Scholten die Initiative ein, auf der nächsten Mitgliederversammlung der CDU Xanten zu sprechen. "Druck muss von der Basis her kommen", stärkte er den Besuchern den Rücken.

www.salzbergbaugeschaedigte.de

Quelle: RP
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