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Veranstaltungs-Tipps
Bertolt Brechts Kreidekreis und Max Uthoffs Gegendarstellung

Veranstaltungs-Tipps: Bertolt Brechts Kreidekreis und Max Uthoffs Gegendarstellung
FOTO: Bernd Böhner
Xanten. Der kaukasische Kreidekreis, des Kaisers neue Kleider und ein Kabarett-Abend mit Max Uthoff stehen im März auf dem Kulturprogramm in der Rheinberger Stadthalle.

In einer Zeit, in der Günther Jauch ungestraft die Berufsbezeichnung Journalist tragen darf, in der sich das Kapital benimmt wie Rotz am Backen und Hartz IV oft nur die Fortsetzung von Stirb langsam III ist, gilt mehr denn je: Wer über den Tellerrand sieht, sieht viel mehr von der schmutzigen Tischdecke. Max Uthoff, Träger des Breiten Kreuzes und des Ordens pour la verité, tut dies und erzählt seine Sicht der Dinge am Donnerstag, 8. März, um 20 Uhr in der Stadthalle in Rheinberg. Uthoff erzählt von der Wucht der Behauptung, mörderischen Geschäften, gesellschaftlichem Inzest, Drehzahlmessern, teuflischen Kreisläufen und davon, dass Menschen, die in Schubladen denken, sich schon mal halb aufgeräumt fühlen. Nicht ganz unwahrscheinlich, dass an diesem Abend Teilnehmer der deutschen Politik Erwähnung finden. Wie immer gilt dabei: Die Sprache ist die Waffe des Pazifisten. "Gegendarstellung" heißt das Programm, mit dem der Kabarettist unterwegs ist. Karten kosten 20 Euro.

"Der kaukasische Kreidekreis", ein Schauspiel von Bertolt Brecht mit Peter Bause und anderen, steht am Freitag, 2. März, um 20 Uhr auf dem Kultur-Programm. Erzählt wird die Geschichte der Magd Grusche, die in Kriegswirren das Kind der korrupten Gouverneursgattin in aufopfernder Weise rettet und erst nach vielen Abenteuern und einem Prozess, den der schalkhafte Richter Azdak (Peter Bause) entscheidet, als ihr "eigenes" in die Arme schließen kann. Ausschlaggebend ist hier die von Azdak anberaumte sogenannte "Kreidekreis-Probe", mit deren Hilfe der gewitzte Armeleuterichter die wahre Mutter ausmacht: Er stellt den kleinen Jungen in einen Kreidekreis und weist Grusche und die Gouverneursgattin an, das Kind gleichzeitig mit aller Macht am Arm zu sich zu ziehen. Als Grusche zweimal los lässt, um den Kleinen nicht zu verletzen erkennt Azdak, dass der Magd - im Gegensatz zur leiblichen Mutter - das Kindeswohl wichtiger ist als der Besitz und spricht ihr das Kind zu. Karten für das Schauspiel von Bertolt Brecht kosten 18 bis 22 Euro - je nach Platzkategorie.

Am Mittwoch, 7. März, 16 Uhr zeigt das Theater mimikri "Des Kaisers neue Kleider", ein Theatermärchen über Schein und Sein mit Webstuhlmusik und Kleidermagie nach Hans Christian Andersen. Zum Inhalt: Ist Kaiser Klemens verrückt geworden? Er stolziert auf dem Schlossplatz in Unterhosen! Was ist geschehen? Kaiser Klemens ist kleidersüchtig! Er glaubt, nur durch prächtige Kleider könne er sein Volk beeindrucken. Zeremonienmeisterin und Finanzminister wissen keinen Rat. Das Land ist pleite und Kaiser Klemens kann nicht mehr schlafen. Seine protzig-prächtigen Kleider verfolgen ihn bereits nachts im Traum. Schneiderin Elsa und Weber Walter warten verzweifelt auf ihr Geld. Doch Not macht erfinderisch! Und schon tauchen im Palast zwei Experten für magisch-modische Majestätsgewänder auf. Karten kosten sieben Euro.

Alle Veranstaltungen finden in der Rheinberger Stadthalle statt. Karten gibt es im Kulturbüro im Stadthaus, Zimmer 15, 02843 171271 oder unter www.stadt-rheinberg.reservix.de.

Quelle: RP
 
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