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Xanten
Biotonne senkt die Müllgebühren

Xanten: Biotonne senkt die Müllgebühren
Augen zu und durch: Leon entsorgt widerwillig Essensreste in die Biotonne. In verschiedenen Kommunen wurden unterschiedliche Erfahrungen mit der braunen Tonne gemacht. FOTO: Andreas Endermann (Archiv)
Xanten. RP-Umfrage: Welche Erfahrungen wurden in Goch, Rheinberg, Kleve, Wesel und Voerde mit dem Modell gesammelt? Von Peter Kummer

Mit Anlaufschwierigkeiten ist die Biotonne auch in Xanten gestartet. Viele Bürger hatten vor dem ersten Abfuhrtermin nicht daran gedacht, dass die bisher üblichen Papiersäcke und Grünschnittbündel nur noch wenige Male im Jahr abgeholt werden und diesen Gartenabfall auch nach dem 1. Juli an den Straßenrand gelegt. Wo er prompt liegen blieb, weil das Entsorgungsunternehmen Schönmackers nur die neu eingeführten Biotonnen leerte. Die Empörung war groß, doch inzwischen ist es ruhig geworden. In vielen anderen Städten und Gemeinden dagegen ist das Biotonnen-System längst gang und gäbe, allerdings mit kleinen, feinen Unterschieden zu Xanten. Eine Umfrage unter fünf Kommunen im Kreis Wesel, willkürlich herausgegriffen:

Beispiel Goch: Die Leerung der Tonnen erfolgt alle 14 Tage. Das System besteht seit Ende der 80er Jahre, zunächst auf freiwilliger Basis, seit 1991 als Pflicht. "Unsere Erfahrungen sind positiv", sagt Pressesprecher Torsten Matenaers. Zweimal im Jahr erfolgt zusätzlich eine kostenfreie Abfuhr von Grünschnitt. Zudem kann sperriger Grünabfall direkt beim Entsorgungsunternehmen abgegeben werden. "In der Einführungsphase gab es hin und wieder Kritik an der Menge der verschiedenen Abfallgefäße und an dem dafür benötigten Stellplatz", sagt Matenaers. Für Abfuhr und Behandlung des Bioabfalls rechnet die Stadt in diesem Jahr mit 973.000 Euro.

Beispiel Rheinberg: Nicht ein privates Entsorgungsunternehmen entsorgt alle 14 Tage Biomüll und Grünschnitt, sondern der Dienstleistungsbetrieb der Stadt. "Zusätzlich bieten wir nach Anmeldung die Abholung von Grünschnitt an. Dieser wird pro Bezirk einmal im Monat abgeholt", so Lena Grelck vom Dienstleistungsbetrieb Rheinberg (DLB).

Das System sei freiwillig sowie kosten- und gebührensenkend. Nicht jeder Haushalt muss eine Biotonne besitzen. "Die Biotonne wird sehr gut angenommen, da viele Bürger bereit sind, ihre Abfälle zu trennen. Der Mindestrestmüll reduziert sich auf 15 Liter/pro Person, wenn eine Biotonne vorhanden ist. Viele Bürger nutzen dieses System, da sich hierdurch auch die Müllgebühren reduzieren."

Beispiel Wesel: Auch hier ist der kommunale Eigenbetrieb der Stadt für die Entsorgung von 3200 Biotonnen zuständig. Tonnen gibt es in verschiedenen Größen zwischen 80 und 240 Liter. Grünschnitt nimmt zudem der Wertstoffhof entgegen, mobile Container stehen im Frühjahr und Herbst in den Außenbereichen. Die Leerung von 3200 Biotonnen hat im vergangenen Jahr 290.000 Euro gekostet. "Da die Biotonne auf freiwilliger Basis angeboten wird, wird diese nur von Bürgern genutzt, die diese Entsorgungsmöglichkeit auch wollen", sieht Betriebsleiter Ulrich Streich als Grund für eine hohe Bürgerzufriedenheit. "Es ist keine andere Entsorgungsmöglichkeit weggefallen oder eingeschränkt worden." Die Kompostierung von Bioabfall sei wesentlich preiswerter als die Verbrennung von Restmüll. "In Wesel ist die Restmüllmenge im ersten Jahr der Einführung der Biotonne um 900 Tonnen gesunken."

Beispiel Kleve: Die Umweltbetriebe der Stadt Kleve kommen alle 14 Tage. "Dieses System hat sich langfristig etabliert und wird von den Bürgern aktiv mitgetragen", antwortet Pressesprecher Jörg Boltersdorf und verweist auf stabile Gebührensätze. Die Kosten für die Entsorgung des Bioabfalles belaufen sich auf rund 1,4 Millionen Euro jährlich bei etwa 6500 Tonnen Abfall aus rund 15.000 Biotonnen mit variierender Literzahl.

Beispiel Voerde: Hier können die Einwohner zwischen Biotonne und Papiersäcken wählen. Abgeholt wird beides im Zwei-Wochen-Rhythmus. "Viele möchten die Säcke nicht haben", berichtet der Technische Beigeordnete Wilfried Linke. Sie seien aus Papier und hätten eine schlechte Lagerqualität. Sprich: Sie weichen schnell durch. Der Sack kostet in der Stadt Voerde übrigens drei Euro. Zum Vergleich Xanten: Hier kostet er seit dem 1. Juli zwei Euro.

Quelle: RP
 
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