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Unsere Woche
Bloß die Finger weg von der Steuerschraube

Xanten. Der Zusammenhang ist geschickt gewählt. Gleichbehandlung der DBX-Mitarbeiter findet jeder gut - da wird man auch nicht meckern, wenn in Xanten die Grundsteuer steigt.

Es ist natürlich geschickt eingefädelt. Niemand wird sich dagegen aussprechen, allen Mitarbeitern beim DBX gleiches Gehalt für gleiche Arbeit, gleiche Urlaubsansprüche und gleiche Arbeitszeiten zuzusprechen. Dann kann man ja auch nicht gegen die Anhebung der Grundsteuer B sein. Doch - kann man. Muss man sogar. Es ist nicht nachvollziehbar, dass es im Haushalt keinen Weg gibt, 200.000 oder auch 500.000 Euro mehr pro Jahr, von denen ein Teil durch Gebühren gedeckt wird, abzufangen, ohne an der Steuerschraube zu drehen. Schon bei den Gebühren, die ja kostendeckend sein müssen, wird man den Bürgern in die Tasche greifen müssen. Das muss dann aber auch reichen. Politisch wäre die Steuererhöhung ein Offenbarungseid. Bei allen Projekten, die Xanten auf den Weg gebracht hat, gab es immer die warnende Stimme der FBI, oft auch der BBX, dass das alles eine Nummer zu groß für den Etat der Stadt sei. CDU und größtenteils die SPD haben darauf nicht gehört, sondern - unbestritten gute - Beschlüsse für die Zukunft der Stadt gefasst. Wollten sie nun den Bürgern mit dem Vorwand DBX ans Portemonnaie gehen, müssten sie einräumen, dass sie falsch gelegen haben.

Hat das Ganze mit den Korruptionsvorwürfen zu tun? Ein klares Jein. Ohne die Affäre wäre es der SPD bestimmt nicht so leicht gefallen, ihr erklärtes Wahlziel Gleichbehandlung beim DBX so schnell umzusetzen. Ursache für dauerhaft höhere Lohnkosten ist die Affäre natürlich nicht.

Zu den Investitionen, die Geld kosten, gehört neben den Großprojekten wie dem Kurpark auch die Sommermusik, die morgen zu Ende geht. Dass sie ein Erfolg war, kann man heute schon sagen. Es gab tolle Abende mit vielen Besuchern. Dass einige Konzerte hinter den Erwartungen blieben, kann viele Gründe haben. Günter vom Dorp und Dirk Schmitz-Enzmann haben an Xanten geglaubt und sind wiedergekommen, auch wenn sie im ersten Jahr draufgezahlt haben. Es ist zu wünschen, dass sie es tatsächlich schaffen, die Sommermusik zu einer Marke zu machen. Dass zudem die Piratenshow das Amphitheater Birten bespielt und dass die WDR4-Tour mit Middle of the Road im APX zu Gast ist, ist ebenso begrüßenswert. Noch schöner wäre natürlich, wenn nicht alles in der gleichen Woche passieren muss.

Trotz alledem - genießen Sie Ihr Wochenende! dirk.moewius@rheinische-post.de

Quelle: RP
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