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Xanten
Bollerbrücke für Radler und Fußgänger?

Xanten: Bollerbrücke für Radler und Fußgänger?
Lösung in Sicht: die gesperrte Bollerbrücke in Birten mit den neuen Regenablaufrinnen FOTO: Olaf Ostermann
Xanten. Bezirksausschuss: Die Landwirte sollen sich an den Kosten für die Herstellung des Wirtschaftsweges beteiligen. Von Peter Kummer

Für die künftige Nutzung der Bollerbrücke in Birten zeichnet sich eine Lösung ab. Aus Sicherheitsgründen ist die marode Querung über der Eisenbahnlinie Xanten - Rheinberg seit Monaten gesperrt. Nun hat die Deutsche Bahn, zuständig für das Gleisnetz, signalisiert, dass sie auf Jahrzehnte hinaus keine Absicht hat, die Strecke zu elektrifizieren oder auf zwei Gleise auszubauen. Sofern auch die Finanzierung steht, wäre damit für die Stadt der Weg frei, die Brücke wieder so herzurichten, dass sie begangen oder gar befahren werden kann.

Die Stadtverwaltung hat verschiedene Möglichkeiten durchgerechnet. Sie reichen von Abriss für knapp 150.000 Euro über Abriss und Neubau einer Brücke nur für Fußgänger und Fahrräder für knapp 300.000 Euro bis hin zu einer Nutzungsmöglichkeit auch für Kraftfahrzeuge (440.000 Euro).

Für den städtischen Haushalt alles viel zu teuer. Übrig bleibt die Überlegung, die Querung für Passanten und Radler wieder instandzusetzen. Das würde nur maximal 10.000 Euro kosten, was die Mitglieder des Bezirksausschusses wohlwollend zur Kenntnis nahmen. Darüber hinaus hat die Verwaltung über Möglichkeiten nachgedacht, wie der Wirtschaftsweg zur Bollerbrücke wieder instandgesetzt werden kann. Nach den Unwettern im Sommer war er abgesackt, so dass sich eine Schlammlawine auf der Gleisstrecke ergoss.

Im Zuge der Aufräumarbeiten wurden offene Kanäle gebaut, damit das Wasser gezielt ablaufen kann. Zudem wurde der Weg mit Schotter aufgefüllt, damit die schweren Maschinen zur Baustelle fahren konnten. Der Schotter blieb anschließend liegen, wird aber auf Dauer für die landwirtschaftlichen Fahrzeuge keine Lösung sein. An einzelnen Stellen sind bereits wieder Spurrillen erkennbar.

Darum plant die Stadt, den Schotter mit Asphalt zu überziehen. "Dadurch würde ein guter Zustand langfristig gesichert", erläuterte der Technische Beigeordnete Niklas Franke im Ausschuss. Im Gespräch ist zudem der Erwerb des Grundstücks mit dem Wirtschaftsweg, das sich derzeit noch im Eigentum der Deutschen Bahn befindet. Gesamtkosten für das Paket Flächenankauf und Instandsetzung: 90.000 Euro.

Man plane, die Landwirte als Hauptnutzer des Wirtschaftsweges an den Kosten zu beteiligen, sagte Franke weiter. Das vorgeschlagene Drittel, wie es seit Jahren in Alpen angewendet wird, strich der Ausschuss allerdings aus dem Beschlussvorschlag. Wichtig sei jetzt erst einmal, dass man überhaupt darüber spricht, sagte Dietmar Leyendecker (CDU).

Sollten sich die Landwirte allerdings nicht an den Kosten beteiligen wollen, warnte Franke vor den Folgen, sollte sich die Stadt von dem Vorhaben verabschieden. Die Landwirte müssten dann über Nutzung und Unterhalt der Strecke eigenständig mit der Bahn verhandeln.

Quelle: RP
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