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Xanten
Bombenalarm am Moerser Bahnhof

Xanten. Ein herrenloser Koffer hat gestern Morgen ein Verkehrs-Chaos ausgelöst.

Am Tag vier nach den Attentaten von Paris hat die Angst vor dem Terror auch Moers erreicht - und den Verkehr teilweise zum Erliegen gebracht. Mehr als drei Stunden lang bestimmen schwer bewaffnete Polizisten, Rettungswagen und ein Sprengstoffroboter das Straßenbild vor dem Bahnhof, ehe kurz nach zehn Uhr klar wird, dass der vermeintliche Bombenanschlag vermutlich nur ein makabrer Akt illegaler Abfallbeseitigung war.

Die Geschichte des gestrigen Großeinsatzes beginnt kurz nach sechs Uhr morgens. Da überquert Jürgen Klaus (59) auf dem Weg zu seinem Büro den Platz. Dabei fällt ihm ein silberner Alu-Koffer auf, der neben einem Papierkorb steht und offenkundig keinem der Passanten gehört. Klaus bespricht sich kurz mit seinen Kollegen, dann ruft einer die Polizei an. Knappe fünf Minuten später fährt der erste Polizeiwagen vor. Als kurz nach sieben der Zug aus Xanten einfährt, ist der Vorplatz schon nach allen Seiten abgesperrt. "Wir mussten zunächst auf dem Bahnsteig bleiben", berichtet Nena Weigand, die auf dem Weg zum Mercator-Berufskolleg ist. "Dann wurden wir durch den Tunnel auf die andere Seite der Bahntrasse gebracht. Schwer bewaffnete Polizisten tauchen vor dem Bahnhof mit Maschinenpistolen auf. Feuerwehr- und Rettungsfahrzeuge gehen in Stellung. Da die Lage unklar ist, wird die Umgebung des Bahnhofs evakuiert. Die Nordwest-Bahn von Xanten nach Duisburg muss den Betrieb einstellen. Auch der Autoverkehr wird umgeleitet. Dadurch kommt es auf den Nebenstrecken zu chaotischen Szenen. Währenddessen ist ein Sprengstoffroboter eingetroffen. Zwei Versuche, mit Hilfe des ferngesteuerten Geräts eine Röntgenaufnahme des Koffers zu machen, scheitern. Schließlich wagt sich gegen zehn Uhr ein Beamter an den Koffer und durchleuchtet ihn. Er ist leer. Als Spezialisten ihn öffnen, entdecken sie, dass er beschädigt ist. Vermutlich, so ein Polizeisprecher, sei das der Grund, warum jemand ihn vor dem Bahnhof abgestellt habe. Sollte die Kripo den Kofferbesitzer ermitteln, so die Polizei, werde der wohl die Kosten des Einsatzes bezahlen müssen.

(ock)
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