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Xanten
Brandanschlag: Stadt prüft stärkere Sicherung der Flüchtlingsunterkünfte

Brandanschlag auf geplantes Flüchtlingsheim in Xanten
Brandanschlag auf geplantes Flüchtlingsheim in Xanten FOTO: Fischer, Armin
Xanten. Noch keine neuen Erkenntnisse gibt es in Sachen Brandanschlag auf die geplante Flüchtlingsunterkunft an der Johannes-Jannsen-Straße in Xanten. Der Staatsschutz ermittelt, da von einem fremdenfeindlichen Hintergrund ausgegangen wird.  Von Dirk Möwius

In der Nacht zu Sonntag waren der oder die Täter in die Schule eingebrochen und hatten einen Molotow-Cocktail entzündet. Zum Glück ist der Schaden nur marginal, wie am Montag DBX-Chef Kurt Reintjes bestätigte. Da die Polizei in diesem Fall von einem fremdenfeindlichen Hintergrund der Tat ausgeht, ist die Abteilung Staatsschutz der Polizei in Duisburg zuständig. 

Schnell aufgeklärt war die Ursache des zweiten Brandes am frühen Montagmorgen in der Asylbewerberunterkunft. Im Rahmen der Ermittlungen der Kriminalpolizei ergaben sich Hinweise darauf, dass zwei Bewohner der Unterkunft im Alter von 19 und 30 Jahren das Feuer vorsätzlich gelegt hatten. Die Polizei nahm die beiden Tatverdächtigen gestern vorläufig fest. Die weiteren Ermittlungen dauern zurzeit an.

Bürgermeister Thomas Görtz hatte am Montag die Spitze der Stadtverwaltung und den Chef der Feuerwehr zu einem Pressegespräch ins Rathaus gebeten. Vor vielen Journalisten betonte er, dass man ein gemeinsames Signals setzen wolle und beim Kurs der Stadt Xanten bleiben, bei diesen sensiblen und emotionalen Thema in die Offensive zu gehen.

Feuer in Flüchtlingsheim in Xanten FOTO: Guido Schulmann

Eine Arbeitsgruppe der Stadtverwaltung wird überprüfen, ob nun weitere Sicherungsmaßnahmen für die Flüchtlingsunterkünfte nötig sind. Görtz: "Eingezäunte und mit Sichtschutz versehen Einrichtungen, das wollen wir in Xanten eigentlich nicht." Nachdem aber nun Realität geworden ist, was man sich vor zwei Tagen noch nicht hätte vorstellen können, müsse neu überlegt werden.

Im Gebäude der Förderschule gingen die Bauarbeiten weiter. Eine Verzögerung der Inbetriebnahme werde es zumindest aus technischen Gründen nicht geben. Da aber auch ein Verfahren gegen den Umbau der Schule anhängig ist, müsse man noch die rechtlich Klärung abwarten. Görtz geht davon, aus, dass dies noch in dieser Woche passiert und hofft, dass die Unterkunft in der kommenden Woche bezogen werden kann. Man brauche die 114 neuen Plätze dringend.

Vor dem Rathaus standen am Montag 13 Flüchtlinge, die Xanten neu zugeteilt worden sind. Derzeit sind 257 Asylbewerber in den städtischen Unterkünften und angemieteten Wohnungen, erläuterte Noah Deckers aus dem Fachbereich Soziales.

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