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Bürgermonitor
Buckelpiste: Radler stehen im Sanierungsstau

Bürgermonitor: Buckelpiste: Radler stehen im Sanierungsstau
Ulrich Keisers zeigte nur eine von vielen Stelen, an denen der Asphalt auf dem Radweg gefährliche Unebenheiten aufweist, denen Radler nicht ausweichen können. Dem Kreis sind die Probleme bekannt. FOTO: Fischer
Alpen-Veen/Xanten. Ulrich Keisers ärgert sich über den miserablen Radweg an der K 23 zwischen Veen und Xanten. Der sollte eigentlich schon repariert sein. Von Bernfried Paus

Ulrich Keisers (56) ist ein begeisterter Radfahrer. Tag für Tag steigt er morgens in den Sattel, fährt bei Wind und Wetter mit der Fiets zur Arbeit im Grünflächentrupp des DBX in Xanten. Und nach Feierabend wieder zurück. Allerdings: Ulrich Keisers nimmt nicht den direkten Weg von seinem Wohnort Veen in die Dom-Stadt. Er strampelt lieber ein paar Kilometer mehr, als dass er sich der Gefahr aussetzt, zu stürzen. Denn der Radweg entlang der Veener Straße (K 23) vom Krähendorf Veen bis zum Augustusring (L 480) in Xanten ist in einem bemitleidenwerten Zustand.

Und das schon seit geraumer Zeit. Auf der ganzen Strecke tun sich tiefe, teils handbreite Risse im Asphalt auf. An rund 60 verschiedenen Stellen. Die Aufplatzungen sind inzwischen mehrere Zentimeter hoch, teilweise ziehen sie sich quer über die Trasse, so dass Radler ihnen auch bei guter Sicht beim besten Willen nicht ausweichen können - es sei denn, sie steuern über den Grünstreifen auf die Straße.

"Nicht nur wenn man mit Rennrädern hier lang fährt, kommt man sehr schnell ins Schlingern", sagt Keisers. Er hat den Kreis als Straßenbaulastträger schon frühzeitig auf die nicht ungefährlichen Schäden hingewiesen. "Schließlich nutzen im Frühjahr, Sommer und Herbst auch viele Kinder und Jugendliche, die Schulen in Xanten besuchen, den Weg", sagt Keister.

Letztlich aber sind seine Bemühungen bislang ohne den erhofften Erfolg geblieben. Der Kreis hat seitlich auf Höhe der schadshaften Stellen Warnbarken aufgestellt, die im Dunkeln blinken und die Aufmerksamkeit der Radler schärfen. "Aber die stehen da schon ein Jahr lang", so Keisers. Aber Bewegung sei nur, wenn wieder mal ein Trupp anrücke an, um die leeren Batterien durch neue zu ersetzen, damit Radlern auf der Buckelpiste ein Licht aufgeht.

Keisers hat seine erste Eingabe an den Bereich Straßenbau im Weseler Kreishaus im März verfasst. Daraufhin habe man ihm mitgeteilt, dass der Radweg an der K 23 zwischen Veen und in Xanten "voraussichtlich noch in diesem Jahr beidseitig saniert wird". Genauere Angaben, so die Kreisverwaltung im Frühjahr, könne man "zum jetzigen Zeitpunkt" noch nicht machen. Getan hat sich nichts. Bis heute.

Ulrich Keisers lässt die marode Decke des Radweges keine Ruhe. Im Herbst hatte er kurz Hoffnung, dass sich endlich was tut. Da rückte schweres Gerät am Ortsausgang in Veen an. "Aber mir ist schnell klar geworden, dass es dabei um die Sanierung der Brücke über die Veensche Ley ging", so der Mann vom Grünflächenamt. Aus seiner Enttäuschung macht er keinen Hehl. Sie veranlasste ihn, die zuständige Abteilung beim Kreis an die ausstehende Sanierung zu erinnern.

"Der Radweg ist noch schlechter geworden", schreibt er in der Mail, vom September, die der Redaktion vorliegt. "Viele Radler fahren schon auf der Straße." Er frage sich längst, ob erst jemand schwer verunglücken müsse, ehe die Fahrbahnsanierung beginne. Vor dem Hintergrund klinge der Appell, sein Auto in der Garage stehen zu lassen und aufs Fahrrad umzusatteln, wie es bei der auch vom Kreis gern befeuerten Aktion Stadtradeln propagiert werde, "wie Hohn". Der Sanierungsstau wirke als Motivationsbremse für alle, die sich für ein besseres Klima abstrampeln möchten.

Auf seine Mail, berichtet der Veener, habe er noch keine Antwort erhalten. Unterdessen hat er die Strecke gewechselt. Auch weil er umgesattelt hat auf motorunterstütztes Radeln. Klimafreundlich mit E-Antrieb. Und mit Strom kann er ganz schön Fahrt aufnehmen. Dazu braucht's aber eine ebene Piste.

Quelle: RP
 
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