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Xanten
Bundesverdienstkreuz für Dr. Schneider

Bundesverdienstkreuz für Dr. Wolfgang Schneider
Der frisch ausgezeichnete Ordensträger Dr. Wolfgang Schneider (mit Urkunde) mit Landrat Dr. Ansgar Müller (4.v.r.) und der Familie. Von links: Ulrich, Jakob, Maximilian, Regina, Denise, Florian, Philipp und Valentin Schneider. FOTO: Armin Fischer
Xanten. Er ist Vorsitzender der Eine-Welt-Gruppe, des Arbeitskreises Asyl und des Arbeitskreises Palästina-Xanten-Israel. Von Beate Wyglenda

Für sein jahrelanges Engagement, vor allem im Bereich Völkerverständigung, hat Dr. Wolfgang Schneider gestern das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhalten. Den Bundespräsidenten vertretend überreichte Landrat Dr. Ansgar Müller in einer Feierstunde im Rathaus den Orden sowie die Verleihungsurkunde.

In einer langen Laudatio sprach der Landrat Dr. Schneider seinen Dank und seine Anerkennung für dessen Engagement aus. Er erklärte, stolz darauf zu sein, einen so kompetenten, weltoffenen und unermüdlichen Ansprechpartner sowohl in den Bereichen Flüchtlingshilfe und Entwicklungshilfe wie auch Fair Trade im Kreis Wesel zu haben. "Sie bemühen sich aus Ihrem christlichen Verständnis heraus seit Jahrzehnten mit unglaublicher Leidenschaft, zu mehr Frieden und Gerechtigkeit in der Welt beizutragen", sagte er. "Durch Ihr Beispiel haben Sie auch viele andere Menschen dazu animiert, sich ehrenamtlich einzubringen, was gerade Anbetracht der aktuellen Flüchtlingssituation immer mehr an Bedeutung gewinnt", ergänzte er.

Auch Bürgermeister Thomas Görtz erklärte, er empfinde neben dem Stolz und der Freude, dass aus der Stadt Xanten heraus solch eine Leistung erbracht werde, vor allem auch Dankbarkeit. "Danke, dass Sie sich völlig uneigennützig in den Dienst Ihrer Mitmenschen stellen", sagte er.

1946 in Mannheim geboren, zog Dr. Schneider 1977 nach Xanten um und war bis zu seiner Pensionierung 2011 als Lehrer und Oberstudienrat am Städtischen Stiftsgymnasium Xanten tätig. Schon während seiner Zeit als Lehrer initiierte er zwei Schüleraustauschprogramme mit Jugendlichen aus dem Gazastreifen. Später entstand daraus der "Arbeitskreis Kommunale Partnerschaft Palästina-Xanten-Israel", dem Dr. Schneider von Beginn an angehörte und seit 2012 leitet. Doch auch andere Nationen hieß der Xantener stets willkommen. Den Luxus, ein großes Haus zu besitzen, so Dr. Schneider selbst, empfand er auch als soziale Verpflichtung. Daher stellte er dieses - insbesondere im Zusammenhang mit seinem ehrenamtlichen Engagement - häufig als kostenlose Unterbringung für Gäste aus der ganzen Welt zur Verfügung.

1987 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der "Eine-Welt-Gruppe Xanten" (EWGX), deren Vorsitzender er bis heute ist. Aus dem ursprünglichen Bestreben, durch den Betrieb eines Eine-Welt-Ladens für den fairen Handel in Xanten zu werben, weitete sich der Aktionsradius bald aus. Fortan gehörten auch die Flüchtlingsarbeit, die Bosnien-Hilfe sowie die Freundeskreise Brasilien, Nigeria und Togo zu den Leistungen der EWGX.

Bereits seit 1992 begleite Dr. Schneider Flüchtlinge im Rahmen des Arbeitskreises Asyl. Er übernahm sogar die Patenschaft für eine fünfköpfige bosnische Familie und startete viele Initiativen, die Xantener Flüchtlingen zugute kamen sowie für den wertschätzenden Umgang mit Flüchtlingen warben. 2000 gelang es ihm zudem, eine Flüchtlingsberatungsstelle in Xanten zu installieren, die Flüchtlinge bei ihren ersten Schritten begleitet.

Das Thema fairer Handel wurde dabei nie vernachlässigt. Unablässig suchte Dr. Schneider Außenverkaufsstellen für fairgehandelte Produkte, übernahm die Bildungsarbeit an Schulen, leitete Gesprächsabende und war Mitinitiator und Moderator des kreisweiten "Eine-Welt-Tages". Nicht zuletzt dank dieser Arbeit unterzeichnete die Stadt Xanten 2010 die Magna Charta und wurde 2012 als Fair-Trade-Stadt ausgezeichnet.

Seinen Gefährten für die stete Unterstützung dankbar, erklärte Dr. Schneider bescheiden: "Ich lebe in einem Land mit hohen sozialen Kriterien, einem Gemeinwesen, das die Menschenrechte garantiert, sowie mit einem Grundgesetz, auf das ich mich berufen kann. Ich betrachte das alles als Geschenk; und möchte dies nicht für mich allein behalten".

Quelle: RP
 
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