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Zum Sonntag
Bunte Bänder - Zeichen der Hoffnung

Xanten. Vergebung von Schuld als Voraussetzung für neue Chancen - An Ostern feiern Christen die Auferstehung Jesu von den Toten und damit den Neuanfang nach Traurigkeit.

Kennen Sie noch den Schlager "100 bunte Bänder" von Ralf Bendix beziehungsweise von Peter Alexander?

Er ist die deutsche Version eines berühmten, amerikanischen Songs aus den 70er Jahren. In ihm wird die Geschichte eines Strafgefangenen erzählt, der nach drei Jahren Haft nach Hause zurückkehrt und nicht sicher ist, ob er überhaupt willkommen ist. Darum schreibt er seiner Liebsten, sie möge ein gelbes Band um den alten Eichbaum an der Bahnlinie binden, falls sie ihn noch wolle. Andernfalls würde er gar nicht aussteigen, sondern einfach weiterfahren. Doch als er vom Zug aus dann den Baum sehen kann, hängt da nicht ein gelbes Band, sondern hunderte.

Das Lied wurde in mehreren Ländern ein großer Erfolg, wohl nicht zuletzt deshalb, weil hier von verzeihender Liebe, von Vergebung und Neuanfang die Rede ist. Solch ein Happyend wünschen wir uns doch alle insgeheim für die vielen Situationen in unserem Leben, in denen wir schuldig geworden sind, etwas versäumt, etwas falsch gemacht haben. Die Schuld, das Versäumnis, das Vergehen einfach hinter uns lassen und neu anfangen. Wie schön wäre das!

Aber wir wissen auch, wie schwer diese Geste der verzeihenden Liebe, der Vergebung ist, wie schwer wir selbst auch anderen ihre Verfehlungen verzeihen können. Und wie schwer auch dieser Brief des Strafgefangenen an seine Liebste zu schreiben ist, wie schwer der erste Schritt des Eingeständnisses von Schuld ist.

Nun feiern wir Ostern und da hängen auch bunte Bänder beziehungsweise bunte Eier an so manchen Bäumen oder liegen in Nestern und Körbchen. Auch sie weisen ursprünglich auf eine Geste der Vergebung, des Neuanfangs hin. Ostern feiern wir die Auferstehung Jesu von den Toten, den Anfang neuen Lebens nach Tod und Traurigkeit. Das nicht nur im Hinblick auf unser ewiges Leben nach dem irdischen Tod.

Gerade auch für die vielen dunklen Momente in unserem Leben, für die vielen kleinen Tode im Alltagsgeschehen gibt Gott uns in der Auferweckung seines Sohnes ein Zeichen, dass er uns trotz allem liebt und immer wieder einen Neuanfang schenkt. Auf dem Grund seiner Liebe können wir Schuld eingestehen oder auch verzeihen. So wie der Frühling der Natur neues Leben und bunte Farben einhaucht, so will Ostern uns hinweisen auf die vergebende Liebe Gottes, die uns auferstehen lässt mitten in unserem Alltag, die Neuanfänge und zartes neues Leben ermöglicht selbst nach tiefster Dunkelheit und Verlassenheit in unserem Leben.

100 bunte Bänder hängt Gott auch für Sie an den alten Eichbaum. Darum: Fröhliche Ostern!

Pfarrerin Heike Becks

Quelle: RP
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