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Xanten
Bunte Kunstwerke aus Marmorpapier

Xanten. Teilnehmer eines Workshops mit Ines Krupp im Stiftsmuseum reisten sogar aus Enschede an. Von Erwin Kohl

Bücher fallen dem Betrachter heutzutage durch ein farbenprächtiges Hochglanzcover ins Auge, Geschenkpapier ist längst gedrucktes Einerlei und die hübsche Schmuckdose der Großmutter durch eine lieblose Plastikdose ersetzt. Lauter Anwendungszwecke, für die in früheren Zeiten selbst gestaltetes Marmorpapier zur Geltung kam. In einem Workshop im Xantener Stiftsmuseum bot Ines Krupp jetzt Interessierten die Gelegenheit, die über 1000 Jahre alte japanische Kunst zu erlernen. Wie das Ergebnis aussehen kann, zeigte Ines Krupp den Teilnehmern zuvor anhand von verzierten Pappschachteln, Büchern und farbenprächtig gestalteten Bögen.

Der Weg dorthin entpuppte sich einfacher als gedacht. "Das kann jeder zu Hause nachmachen, man benötigt dazu hauptsächlich Büttenpapier aus dem Künstlerbedarf, Temperafarben sowie Tapetenkleister", erklärt die Buchbinderin und Restauratorin. Talent ist dafür nicht erforderlich. "Selbst Anfänger können sehr schöne Ergebnisse erzielen", so Krupp.

Der im Verhältnis 1:110 angerührte Kleister stand bereits in Fotowannen bereit. Mit Pinseln träufeln die Hobbykünstler die bunten Farben darauf. Diese verlaufen auf der Oberfläche des Tapetenklebers zu kleinen Seen. Mit Stäbchen oder langen Kämmen werden die Farben in unterschiedliche Muster verwandelt. Die können, je nach Gusto, gleichmäßig wie auf einer Tapete angeordnet sein oder kreativ-chaotisch den Geschmack des Künstlers zum Ausdruck bringen. Ist dieser mit dem Ergebnis zufrieden, erfolgt der entscheidende Schritt: Das vorab in Alaun getränkte Büttenpapier wird vorsichtig auf die Oberfläche gelegt, damit es die Farben aufnehmen kann. Der Rest wird schnell zur Routine: Mit einem Abzieher den überschüssigen Kleister entfernen, das Papier in einer mit Wasser gefüllten Wanne auswaschen und anschließend zum Trocknen auf den Wäscheständer hängen. "Ich bin total begeistert davon. Vielleicht werde ich kleine Möbel oder Ordner damit verkleiden", freut sich Hannah Meyering aus Rheinberg-Borth.

Marmorpapier selber herstellen zu können war ein lang gehegter Wunsch von Ingrid Kalkmann und Friederich Bosma, die für diesen Kurs eigens aus dem niederländischen Enschede angereist waren. "Ich möchte dieses Papier als Hintergrund in Bilderrahmen verwenden. Das war früher ganz normal", berichtet der Niederländer. Übrigens: Ines Krupp hat auch schon Schmuck aus dem Papier hergestellt, in dem sie es auf kleine Pappstreifen geklebt und mit Klarlack versiegelt hat.

Quelle: RP
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