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Xanten
Burg Winnenthal: Wikinger und Ritter trotzen dem Regen

Xanten: Burg Winnenthal: Wikinger und Ritter trotzen dem Regen
Das eindrucksvolle mittelalterliche Spektakel beim Burgfest rund um die älteste Wasserburg am Niederrhein lockte bei Dauerregen nur wenige Gäste. FOTO: Fischer, Armin (arfi)
Xanten. Spielte das Wetter schon letztes Jahr nicht so richtig mit, so fiel das 12. Mittelalterliche Burgfest an der Seniorenresidenz Burg Winnenthal dieses Jahr erst recht ins Wasser. Dauerregen und Kälte hielten viele Besucher fern. Von Beate Wygeldna

Statt des romantischen Ambientes am Lagerfeuer und wuselnder Gäste zwischen den Händlerständen bestimmten Tristesse und gähnende Leere das Bild rund um die älteste Wasserburg am Niederrhein. Lediglich die 20 Lagergruppen machten es sich gemütlich. Mit der gesamten Sippe im Zelt oder an der Tafel zusammengerückt, widmeten sie sich ganz dem Handwerk, der Handarbeit und dem Honigwein.

Glück hatte, wer rechtzeitig kam. Noch am Samstagmittag war der Himmel klar und das Burgfest entsprechend gut besucht. Wie gewohnt, erfreuten sich hunderte Gäste an den Kunststücken der Gaukler, den Späßen der Narren und den Geschichten der Märchenerzählerinnen. Auch Puppenspieler, Reitvorführungen und Schwertkämpfe, eine Drachenshow, Falkenflüge und ein Feuerwerk erwarteten die Besucher. Dazu sorgten rund 50 Händler und Handwerker sowie 20 Lagergruppen für eine ebenso schöne wie authentische Atmosphäre.

Mit Einsetzen des Regens am Nachmittag flüchteten die Gäste allerdings. Nur wenige trotzten der Nässe, um das mittelalterliche Spektakel mitzuerleben. Sabine Laschet und Ute Prinz gehörten dazu. "Wir sind jedes Jahr dabei und wollten es trotz des bescheidenen Wetters auch diesmal nicht verpassen", so Laschet. "Es ist schön, einmal in eine andere Zeit abtauchen zu können. Das Mystische und Unbekannte ist spannend und das Ambiente rund um die alte Burg dafür besonders passend", ergänzte Prinz.

Am Sonntag konnten selbst das Ambiente sowie die Attraktionen die Besucher nicht locken. Enttäuscht waren die Händler. Lediglich in den Lagergruppen verzagte man trotz nasser Wäsche und fehlender Heizung nicht. Gerade die Wikinger trotzten in ihrer Zeit bekanntlich allen Widerständen. Regen und Kälte machten auch dem sechsköpfigen Lager Fokna Logg nichts aus. Mitten drin: Manja und Aeringa, auch bekannt als Loretta Schmidt und Jana Wölm. Seit Jahren schon interessieren sich die beiden jungen Frauen für die Welt der Wikinger um die erste Jahrtausendwende. Vor allem das einfache Leben begeistert sie daran. "Es ist unheimlich spannend, einmal auf den ganzen Luxus zu verzichten und sich der Herausforderung des einfachen Lebens zu stellen", sagte Manja. "Man kann noch so viele Dokumentationen über Wikinger ansehen, dieses Leben selbst zu erfahren, ist doch etwas ganz Anderes" bestätigte Aeringa.

Und dieses Leben war eben selten leicht. Ohne Strom und fließend Wasser war der Alltag im Mittelalter arbeitsreich. Auch noch im 13. Jahrhundert, aus dem das byzantinische Lager "Kumpanay zu Styrum" stammt. "Statt einen Knopf zu drücken, um eine Tasse Kaffee zu bekommen, muss man im Lager erst einmal Holz hacken und Wasser ansetzen. Ist das Holz wie jetzt nass, darf man auch schon mal ein, zwei Stunden auf seinen Muntermacher warten", so der mittelalterliche Kaufmann Gustav alias Ralf Zomzow. Und doch ist das entbehrungsreiche Leben für ihn wie Urlaub. "Sobald ich mein Gewand anhabe, lasse ich den Alltag und seine Sorgen einfach hinter mir."

Quelle: RP
 
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