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Xanten
Bußgeld für unsichtbare Schienen

Xanten: Bußgeld für unsichtbare Schienen
Dirk Hoffacker-Angenendt versteht nicht, dass der Einbau nicht zu sehender Schienen am Haus Raiffeisenstraße 24 in Büsderich eine teuer zu bezahlende Ordnungswidrigkeit sein soll. FOTO: Ekkehart Malz
Xanten. Familie Hoffacker-Angenendt aus Büderich soll mehr als 400 Euro zahlen, weil sie Eckschutzschienen an das Denkmal setzte. Von Fritz Schubert

Der Umgang mit dem Denkmalschutz in Büderich war, ist und bleibt eine Sache für sich. Höchst umstritten war die in den 80ern in Kraft getretene Denkmalbereichssatzung. Heute gilt eine Gestaltungssatzung für das Polderdorf, dem ein Generalplan zugrunde liegt. Bekanntlich ließ Napoleon Alt-Büderich 1813 abreißen, weil es seiner militärischen Strategie im Wege war. Als er niedergekämpft war, planten die Preußen Neu-Büderich aus einem Guss, an anderer Stelle, einzigartig aufgeräumt und im Stile des Klassizismus. Was dem Gesamtbild guttut oder nicht, liefert immer wieder Stoff für Diskussionen.

Aktuell liegt die Familie Hoffacker-Angenendt mit der Stadt im Clinch. Es geht um Eckschutzschienen, die man zwar nicht sehen kann, die aber nicht zulässig sind. Geldbuße: 400 Euro plus 25 Euro Gebühren und 3,50 für Auslagen. Dirk Hoffacker-Angenendt (45) versteht es nicht und versucht, die Kosten von seiner fünfköpfigen Familien fernzuhalten. Die Stadt Wesel mag sich derzeit nicht zu dem Fall äußern und verweist darauf, dass es sich um ein schwebendes Verfahren handelt.

Hintergrund sind Fassadenarbeiten am Haus Raiffeisenstraße 24, das zu den ersten zählt, die in Neu-Büderich gebaut worden sind. Es ist als Einzeldenkmal eingetragen. Die denkmalrechtliche Erlaubnis für die Arbeiten wurde - mit Vorgaben - im Juni 2014 erteilt. "Unter den zu beachtenden Nebenbestimmungen heißt es: Auf Anschlussprofile, Eckschutzschienen o. ä. ist zu verzichten", bekam die Familie im Bußgeldbescheid noch mal mitgeteilt.

Hoffacker-Angenendt aber sagt, dass mit dem damaligen Fachbereichsleiter Michael Klessa über besagte Schienen gesprochen worden sei und dass er eine Bestätigung der Firma Brillux zur Notwendigkeit des Einbaus nachgereicht habe. Bei der Stadt soll sie indes seinerzeit nicht angekommen sein.

Es geht letztendlich um Schienchen mit 1,5 bis zwei Zentimeter Schenkellänge, die den frischen Putz im Fenster-Gewände halten. Unter diesem und unter der - selbstredend amtlich abgesegneten Farbe - sind diese Teile nicht zu sehen. Laut dem Büdericher ist das dem Denkmalschutz geschuldet: "Es muss alles krumm sein und möglichst schnell wieder reißen", sagt er. Übrigens schlummern unterm Putz seit den 50er/60er Jahren Feldbrandsteine aus dem frühen 19. Jahrhundert. Die hätte er früher gerne freigelegt. Doch da hatte der Denkmalschutz auch was dagegen.

Quelle: RP
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