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Xanten
Das Aus für das Kwak-Haus

Xanten: Das Aus für das Kwak-Haus
Herman van Veen erfand die Zeichentrick-Ente Alfred Jodocus Kwak, die für die Einrichtung namengebend sein sollte. FOTO: GOTTFRIED EVERS
Xanten. Die Alfred-Jodocus-Kwak-Stiftung gibt auf. Spender sollen ihr Geld von der Herman-van-Veen-Partnerstiftung zurückbekommen. Von Anja Settnik

Es wird kein Erholungsheim für behinderte Kinder am Kesseler See geben. Die Alfred-Jodocus-Kwak-Stiftung teilt mit, dass "zum Bedauern aller Beteiligten nach intensiver Prüfung verschiedener Finanzierungswege endgültig nach vielen Jahren festgestellt wurde, dass das Projekt aus den freien Mitteln und Stiftungserträgen auf Sicht nicht zu realisieren ist." Schon die Genehmigungsphase hatte sehr lange gedauert, das Bewusstsein für die Dringlichkeit habe sich bei den Menschen offenbar nicht eingestellt, und zwischenzeitlich habe die Niedrigzinsphase die Finanzsituation noch erschwert. "Die Idee war großartig, aber im deutschen Krankenversicherungssystem lässt sich so etwas wohl nicht durchführen. Hermans Idee war ein Erholungshaus für schwerstkranke Kinder, eine Idee, die anfangs viele Menschen begeisterte. Aber nur mit Spenden lässt sich ein solches Projekt nicht umsetzen, und selbst die wurden im Laufe der Zeit immer weniger."

Albert Dratsdrummer, der Geschäftsführer und Sprecher der Alfred-Jodocus-Kwak-Stiftung, hatte noch vor wenigen Monaten auf Einladung des BFG über den Stand der Dinge berichtet. Nun hat die Stiftung bei der Bezirksregierung ihre Auflösung beantragt. Die Kwak-Haus-Pläne sind damit Geschichte.

Der Vorsitzende der Herman-van-Veen-Stiftung, Hans-Werner Neske aus Xanten, ist ein persönlicher Freund des niederländischen Sängers und bedauert den Ausgang der Geschichte sehr. Ihm, der durch Spendensammlungen, Veranstaltungen und Galas im Namen van Veens zahlreiche wohltätige Projekte durchführt, ist jedoch wichtig, dass zumindest für die Unterstützer kein Schaden entsteht: Alle Spender sollen ihr Geld zurückbekommen. Wie genau das vonstatten gehen soll, darüber würden sich demnächst beide Stiftungen austauschen. "Die Herman-van-Veen-Stiftung hat eigens Rücklagen gebildet, um alle Forderungen an die Kwak-Stiftung begleichen zu können", so Neske.

2009 war die Kwak-Stiftung aus der großen van-Veen-Stiftung hervorgegangen und einzig zu dem Zweck betrieben und aufrechterhalten worden, das Projekt in Kessel vorzubereiten.

In Goch wechselte die Geschäftsführung mehrfach, dem Vorstand gehören bis heute Heinrich Greving (Vorsitzender) aus Münster, Gochs stellvertretende Bürgermeisterin Gabi Theissen, der frühere Stadtbaurat Klaus Krantz und Stadtwerke-Chef Carlo Marks an. Die Stadtwerke betreiben bekanntlich auch das Freizeitbad "GochNess" und wären Nachbar des Kwak-Hauses gewesen. Nun steht das Grundstück, das der Stadtentwicklungsgesellschaft GO! gehört und bis Ende 2020 für die Umsetzung der Pläne reserviert war, für andere Ideen zur Verfügung.

Weder die Zusage der Nimweger Radboud-Klinik, das Projekt mit medizinischer Expertise zu begleiten, noch die jüngste Hoffnung, den Klinikverbund KKLE ins Boot zu bekommen, haben letztlich helfen können, das Erholungsheim zu realisieren. Weil einfach die grundlegende Finanzierung fehlte. "Es gibt keine Menschen, die solche Summen zur Verfügung stellen, es war nun mal ein anspruchsvolles Projekt", sagte Dratsdrummer. Der Eifer der Akteure in beiden Stiftungen sei insbesondere in den ersten Jahren groß gewesen; "aber es gab keinen gangbaren Weg, um das Ziel zu erreichen."

Die Stadt Goch äußert auf Nachfrage ihr Bedauern und kann zur alternativen Nutzung des Geländes noch nichts sagen. "Auch wir sind gerade erst über das Aus des Projekts informiert worden", sagte Stadt-Sprecher Torsten Matenaers.

Quelle: RP
 
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