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Xanten
Das Burgfest ist ein Publikumsmagnet

Xanten: Das Burgfest ist ein Publikumsmagnet
Das Burgtheater trug beim Fest vor historischer Kulisse die Geschichte der Burg Winnenthal vor, die heute eine Senioreneinrichtung beheimatet. FOTO: Ostermann
Xanten. 700 "Freunde des Mittelalters" begeisterten 4000 Besucher. Im nächsten Jahr soll das Erfolgsfest wieder stattfinden. Von Hildegard van Hüüt

Es war ein schönes buntes, aber auch recht seltsam anmutendes Bild, das sich den vielen Besuchern am Samstag um 13 Uhr inmitten des Innenhofes von Burg Winnenthal bot. Da waren Männer in Rüstungen mit Schilden und Schwertern zu sehen, Männer, die mit Tunikas und Togas bekleidet waren, standen neben Frauen und Kindern in Gewändern oder Umhängen. Banner und Fahnen, bedruckt mit Wappen oder Schriftzügen, wehten im Wind.

Unter diesen vielen Menschen waren auch der Xantener Bürgermeister Thomas Görtz, die Leiterin der Einrichtung, Susanne van Schayck, und die Leiterin des Pflegedienstes, Annett Janzen-Wardemann, die alle drei in mittelalterlicher Gewandung erschienen waren. Susanne van Schayck und der Bürgermeister begrüßten die Gäste, und sie dankten den Mitarbeitern der Burg für ihren überaus großen Einsatz. Annett Janzen-Wardemann stellte dem Publikum die Akteure vor, die in den Burghof einzogen.

Lupus, der Gaukler, Fridolin Fadentüddel, der Puppen- und Marionettenspieler, Sabine Kluth, die Märchenerzählerin, Peene Halunken und Oblecto, die Sänger, sie alle luden die Zuschauer zu ihren Vorführungen ein. Besonders interessant wurde es für die Kinder, als ein riesengroßer Drache in den Burghof gezogen wurde. Danach wies die Gruppe Rin en de Maes auf ihre Reitvorführungen hin, wobei sie zu verstehen gab, dass ihre Zuschauer die Pferde auch reiten dürften.

Das Burgfest auf der Wasserburg Winnenthal hat sich über viele Jahre hinweg zu einem großen Publikumsmagneten im Vorhof der Römerstadt Xanten entwickelt. In diesem Jahr hatte das Fest mehr als 4000 Besucher zu verzeichnen, von denen gut 700 "Freunde des Mittelalters" während des gesamten Wochenendes auf dem Wiesengelände lagerten. Die Festgemeinschaft wartete mit 20 mittelalterlichen Heerlagern und gut 50 Handwerkern, Händlern, Gauklern und Musikanten, die dem Mittelalter Gestalt verliehen, auf. Vor den Lagern oder Zelten wurden die Gäste Zeugen der Lebensweise, die typisch für das Mittelalter ist: Es wurde auf offenen Feuern gekocht und gebraten, man saß auf Holzbänken und Stühlen und hatte sich gar viel zu erzählen, und das "in persona" und nicht per Handy. Tänze, Reitvorführungen und Gesangsdarbietungen zogen viele Zuschauer in ihren Bann. Erproben konnten sich die Marktbesucher im Bogenschießen, im Axtwerfen oder im Schnitzen von Speckstein.

Besonders hübsch anzusehen waren die vielen schön gekleideten Burgfräulein, die über das Gelände flanierten und sich mit großem Interesse die Auslagen der Händler anschauten. Käuflich zu erstehen waren gar viele Dinge, angefangen bei Kräutern, Gewürzen über Schmuck und Lederwaren hinweg bis hin zu Schwertern und Schilde. Ein wenig am Rande der "Verkaufsmeile" ließen die Falkner "skyhunters in nature" ihre Greifvögel bestaunen oder Fotos mit ihnen machen.

Einrichtungsleiterin Susanne van Schayck erzählte, dass das Mittelalter erstmalig 2004 das Motto des Sommerfests gewesen sei. "Damals haben nur die Bewohner der Burg, ihre Angehörigen und Freunde der Einrichtung an dem Fest teilgenommen", fuhr sie fort. Das Fest habe aber einen so großen Anklang gefunden, dass es bis zum heutigen Tag der Kernpunkt der Sommer-Veranstaltung in der Einrichtung geblieben sei - seither erfreut es sich einer besonders großen Beliebtheit. Nicht ganz ohne Stolz sprach die Leiterin davon, dass die gesamte Organisation in den Händen des burgeigenen Personals liege und die Bewohner auch zum Zuge kämen.

Michael Homburg, Leiter des soziokulturellen Dienstes, erklärte, er sei während des gesamten Wochenendes mit 20 seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die Arbeiten rund um das Fest involviert gewesen. "Meine Kolleginnen versuchen, den Besuchern immer wieder neue Attraktionen zu bieten." Dazu gehörte zum Beispiel das Burgfest-Quiz, bei dem zum Beispiel die Länge eines "Rapunzelzopfes" geschätzt werden durfte.

Die Vorbereitungen für das Burgfest 2017 begännen bereits nach dem kommenden Oktoberfest, fügte Homburg hinzu. Lupus, der Gaukler, ließ in einem kurzen Gespräch wissen, dass er zum wiederholten Mal an dem Fest teilnehme. "Ich bin beim Siegfriedspektakel in Xanten angesprochen worden, und mir gefällt die familiäre und die authentische Atmosphäre dieses Festes sehr."

Quelle: RP
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