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Zwei Jahre Vorbereitung in Xanten
Das erste Geldmuseum in ganz NRW

Zwei Jahre Vorbereitung in Xanten: Das erste Geldmuseum in ganz NRW
Norbert Müller hat es geschafft. Nach zweijähriger Arbeit hat er sein Geld-Museum in Wardt eröffnet. FOTO: OO
Xanten. Wenn's um Geld geht: Dem knallroten Schwein folgen, das auf dem Kiesweg zur ehemaligen Villa Kunterbunt in Xanten steht, und Nobert Müller fragen. Er zeigt seit dem Wochenende in Wardt seine umfangreiche Sammlung aus den vergangenen zwei Jahren. Von Heidrun Jasper

Zwar verleiht der 59-Jährige kein Geld, aber er kennt sich bestens aus mit dem Zahlungsmittel, an das sich die Menschheit so gewöhnt hat. Am Wochenende hat der Geldgeschichtliche Verein Niederrhein, dessen Vorsitzender Müller ist, sein Geldmuseum eröffnet.

Sechs Räume im Erdgeschoss sind als interaktives Museum eingerichtet; hier ist alles ausgestellt, was der Neu-Wardter (und bisherige Rheinberger) seit 20 Jahren gesammelt hat und was mit der Numismatik, der Münzkunde, zu tun hat: Spardosen aus aller Herren Länder, eine Münzprägemaschine, Münzen natürlich und Scheine, ein Kassenschalter, Parkautomaten, Geldwechsler, Spielautomaten, vormünzliche Zahlungsmittel, alte Blechschilder ("Das Geld des Dorfes dem Dorfe: Spart bei eurem Darlehenskassenverein"), Fachbücher.

Die Gäste erwartet an den Wochenenden jede Menge Wissens- und Erlebenswertes aus Müllers intensiver Sammeltätigkeit. FOTO: Ostermann Olaf

In einem Raum hat Müller einen alten Bankschalter eingerichtet, an einer Litfaß-Säule hängen Zeitungsseiten zum Thema Geld-Währungsreform-Euroumstellung. Auf einem großen Plakat sitzt Pippi Langstrumpf mit ihrem Affen auf ihrer Geldkiste; auf einem anderen Plakat im antiken Bilderrahmen wird Abschied von der D-Mark genommen, von 1948 bis 2001 das Währungsmittel Deutschlands: "Time to say Good Bye".

Mehr als zwei Jahre lang hat Müller jeden Raum in der alten Villa umgelkrempelt. Er legte so manche Nachtschicht ein, wurde immer wieder von Wardtern und Freunden unterstützt. "Unglaublich, was er aus dem alten Görtzhof gemacht hat", lobte Bürgermeister Thomas Görtz den Numismatiker, Notaphilisten ("das sind Leute, die sich mit Banknoten beschäftigen"), Heilpädagogen und Erzieher. Ganz Nordrhein-Westfalen schaue nach Wardt - nicht wegen des Oktoberfestes, sondern weil hier das erste Geldmuseum in NRW entstanden sei.

"Menschen, die mit solcher Beharrlichkeit für ihre Ideen kämpften, erreichen auch ihr Ziel", so Görtz, der zwar nicht mit einem Sack voller Scheinekommen konnte, aber mit der Zusicherung, dass Kreditinstitute, bei denen er angeklopft habe, dem Geldmuseum finanziell unter die Arme greifen würden. Görtz selber wurde gleich schon einmal Mitglied im Geldgeschichts-Verein.

Norbert Müller freute sich nicht nur darüber, sondern überhaupt auch über die große Hilfsbereitschaft, die er von allen Seiten erfuhr. Allen voran von Oskar Haan, der eines Tages plötzlich in der Tür stand und angefragt hatte, ob er helfen könne und der an beiden Eröffnungs-Tagen mit seiner Band "Xanthiadoo" für guten Rock der 70er Jahre sorgte. Und Müller hielt bei aller Freude auch kurz inne, dankte seiner kürzlich verstorbenen Mutter auch dafür, dass sie ihm das Sammel-Gen vererbt hatte. Das Geldmuseum am Kerkend 7 in Wardt ist samstags von 11 bis 15 Uhr und sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

www.geldmuseum-xanten-wardt.de

Quelle: RP
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