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Xanten
"Das Goldene Haus" steht in Xanten

Xanten: "Das Goldene Haus" steht in Xanten
FOTO: LBS Münster
Xanten. Nach bundesweitem Wettbewerb gibt es den Architekturpreis für den Umbau eine 70er Jahre Gebäudes an der Helenastraße. Von Heinz Kühnen

Der Klever Architekt André Lemmens ist mit seiner Frau Kerstin und seinen Kindern in Xanten zu Gast. Wieder einmal. Denn Lemmens kennt sich in jeder Ecke des Hauses an der Helenastraße mindestens so gut aus wie die Hausherren. Der Architekt hat das aus den 70er Jahren stammende Walmdach-Domizil im Auftrag von Angelika Pofalla-Rühmann und ihrem Mann Werner Pofalla technisch und gestalterisch auf Vordermann gebracht. Der Bungalow ist jetzt stringent durchgestylt. Innen wie außen. Das hat ihnen jetzt sogar einen Preis eingebracht. Für die technische und gestalteriosche Raffinesse des Objekts verlieh die Jury des bundesweiten Wettbewerbs "Das Goldene Haus" der Wohn-Zeitschrift "Das Haus" und der LBS den ersten Platz - aus gut sechs Dutzend am Schluss noch zur Auswahl stehenden Umbauten.

"Wenn Altbauten einfach verschwinden, verlieren Wohnviertel ihren Charakter und dessen Bewohner ein Stück Geschichte", erläuterte LBS-Gebietsleiter Ralf Kalveram die Vorgeschichte des Wettbewerbs, mit dem nach Beispielen gesucht werden soll, dass es auch anders geht, wie alte Häuser vergrößert, nutzbarer, komfortabel und energiesparend gemacht werden können. "Diese Art der Um- und Neunutzung sei angesichts der zunehmenden Knappheit an Bauland eine gute Alternative zum Neubau, so Kalveram, der den Hauptpreis, einen mit 5000 Euro angesparten 15.000-Euro Bausparvertrag gemeinsam mit LBS-Pressereferent Matthias Pape an die Bauherren übergab. Einen Bungalow aus den 70er Jahren zu modernisieren, ist derzeit eine häufige Bauaufgabe. Das gegenüber des St.-Elisabeth-Seniorenzentrums gelegene Domizil zeigte die damals typische Winkelform samt eines extrem flachen Walmdachs, das kräftig überstand. Dazu Klinkerfassade,dunkles Holz, Butzenscheiben . . . "Als das damals noch in Gest wohnende Ehepaar Pofalla-Rühmann und ich nach einjähriger Suche am ganzen Niederrhein das Haus an der Helenastraße entdeckten, wussten wir sofort: Das ist es", erzählt Lemmens. Das Haus, so der Architekt, wurde im wesentlichen erhalten, Technik, Bad, Küche und alle Oberflächen nach 41 Jahren ersetzt. Aus kleinen wurden große, bis auf den Boden reichende Fenster. Die Ecke wurde mit einer geschützten Terrasse gefüllt, die jetzt ebenfalls von der neuen Flachdachkonstruktion mit einem holzbekleideten Rand überdacht wird. Sie ersetzt das ohnehin nicht nutzbare Waldach und gibt dem ganzen Gebäude nun eine klar definierte, rechteckige Form. Das ergibt auf der einen überdachten Alkoven und zur Eingangsseite hin eine Terrasse mit senkrecht montierten, drehbaren Lamellen als Sichtschutz. Die geschlämmte Fassade setzt sich farblich im Innnenraum fort, der ausschließlich mit Schiebetüren und Einbauschränken versehen wurde. Lemmens: "Holz kleidet innen den Raum aus, umhüllt außen das Gebäude." Eine völlig durchdachte Konstruktion, die sein Kollege entworfen und selbst errichtet hat.

Aus alt mach neu: Auf den Mauern des winkligen Walmdachhaus (l.) entstand auch durch die rechteckige Flachdachkonstruktion ein moderner, klar gegliederter Bungalow. FOTO: LBS Münster

"Ein Klassiker von morgen", urteilte jedenfalls die Jury, die auch noch den Preis lobt: Die 107 Quadratmeter Wohnfläche umzubauen und den Keller abzudichten, das kostete insgesamt 178.000 Euro. "Das sind 1636 Euro je Quadratmeter und damit wirklich sehr günstig."

Und für das Ehepaar Pofalla- Rühmann geht ein Traum in Erfüllung: "Schöner wohnen in einer Stadt, die alles in erreichbarer Nähe zu bieten hat."

Ein Hingucker: Architekt André Lemmens (hinten mit seiner Frau Kerstin und seinen Kindern) hat drehbare Lamellen vor die Eingangsterrasse gesetzt: Angelika Pofalla- Rühmann und ihr Mann Werner Pofalla sind stolz drauf. FOTO: Fotos arfi/LBS
Quelle: RP
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