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Unsere Woche
Das Pfeifen im Walde rettet die Schule nicht

Xanten. Nach der Sommerpause haut die Politik kräftig auf den Busch. In Alpen geht es um die Zukunft der Sekundarschule. Transparenz hinter verschlossenen Türen - paradox? Nicht in Xanten, da gibt es so etwas. In Rheinberg wird heute ein "Fest der Begegnung" gefeiert.

Ja, ist denn schon Wahlkampf?, fragte ein Leserbriefschreiber in dieser Woche. Man kann manchmal diesen Eindruck gewinnen. Kaum war die Sommerpause beendet, drehten die Parteien kräftig auf. In Rheinberg sind Schock oder Freude (je nach Betrachtung) über den Awo-Rückzug kaum verdaut, da wirft die CDU bereits den nächsten Brocken auf den Tisch und fragt: War die Innenstadtsanierung ein einziger Murks? Eine Frage, die man in Ruhe beantworten muss. Gut also, dass das Thema im Bauausschuss mit Fingerspitzengefühl angepackt wurde. Immerhin erinnert man sich daran, dass es auf der Rheinstraße zwei echte Problemstellen gibt.

Und in Alpen? Da klingt alles Bemühen um den Erhalt der Sekundarschule wie das Pfeifen im Walde. Die CDU lädt zur Podiumsdiskussion, SPD und Grüne halten dagegen. Ob die Situation heute eine andere wäre, wenn aus Haupt- und Realschule keine Sekundar-, sondern eine Gesamtschule ohne Oberstufe geworden wäre, sei mal dahingestellt. Die Alpener Schule macht einen guten Job - keine Frage. Dass die Schülerzahlen nicht stimmen, ist ein systemimmanentes Problem. Die meisten Eltern wollen eben, dass ihre Kinder das Abitur machen können. Und zwar am besten ohne Schulwechsel nach Klasse zehn. Nun scheint alles darauf hinaus zu laufen, dass die einzige weiterführende Schule in Alpen aufgegeben wird und eine Nebenstelle der Europaschule in Rheinberg wird. Die würde dann vorzeitig aus dem bis 2020 laufenden Modellversuch herausfallen, aus der Gemeinschafts- würde eine Gesamtschule. Ist aber alles noch Spekulation, denn nun wird erst einmal verhandelt.

"Transparenz" ist ein Lieblingswort von Peter Hilbig. Und nun wird es skurril: Ausgerechnet das Thema "Bürgerbeteiligung" möchte der FBI-Fraktionsvorsitzende im Xantener Ausschuss für Bürgerbeteiligung im nicht-öffentlichen Teil verstecken. Schon ungewöhnlich genug, dass ein Ausschuss für Bürgerbeteiligung überhaupt einen nicht-öffentlichen Teil hat. Aber nun hauen die anderen Parteien Hilbig natürlich seinen "Null-Transparenz-Politik" kräftig um die Ohren.

In Rheinberg will der Dienstleistungsbetrieb 15 Arbeitsplätze für Flüchtlinge schaffen. Ein vorbildliches Engagement zur richtigen Zeit. Unbesetzte Ausbildungsstellen gibt es genug, Facharbeiter fehlen ebenfalls - nun müssen bürokratischen Hürden überwunden werden, um die Menschen aus Syrien oder Afrika in Lohn und Brot zu kriegen.

In der Flüchtlingsunterkunft am Melkweg in Rheinberg kann man heute ab 14 Uhr bei einem Sommerfest übrigens mit den Bewohnern, aber auch mit den ehrenamtlichen und hauptberuflichen Helfern ins Gespräch kommen. Einfach mal auf die neuen Nachbarn zugehen - das hat noch nie geschadet.

In diesem Sinne: ein sonniges Wochenende!

UWE.PLIEN@RHEINISCHE-POST.DE

Quelle: RP
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