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Xanten
Das Sommerfest für Heiratsantrag genutzt

Xanten: Das Sommerfest für Heiratsantrag genutzt
Joao Carlos und Levi an der Gitarre von der Gemeinschaft Schalom brachten ein Liebeslied über Gott zu Gehör. FOTO: Armin Fischer
Xanten. Die treuen Gäste kamen auch trotz des Regens zur Fazenda da Esperança. Sehr intensive Gespräche wurden dabei geführt. Von Beate Wyglenda

Zum ersten Mal seit ihrer Gründung ereilte auch die Fazenda da Esperança das Wetterpech bei ihrem beliebten Sommerfest. Resonanz und Stimmung hatten darunter jedoch nicht zu leiden. Nachdem das Fest kurzerhand von dem idyllischen Garten ins Innere des ehemaligen Franziskanerklosters verlegt wurde, kamen auch die Gäste zahlreich. Und sie blieben lange. "Die Gespräche und Beziehungen erreichten eine viel tiefere Ebene. Damit war das verregnete Fest für uns eher beeindruckend als frustrierend", sagte Fazenda-Leiter Christopher Lang.

Tage lang hatten die Bewohner nervös die Wetterlage beobachtet, verschiedene Berichte beobachtet und - hielten sich stets an der optimistischsten Prognose fest. Verhindern konnte dies den Dauerregen nicht. Dennoch: "Das Fest wurde viel besser angenommen, als erwartet", merkte Lang erfreut an. "In der Masse sind zwar etwas weniger Gäste gekommen als in den vergangenen Jahren, jene die da waren, sind aber ganz gezielt wegen uns gekommen." Entsprechend interessiert waren die Besucher an dem "Hof der Hoffnung", entsprechend lang waren die Gespräche. "Die Leute wollten nicht nur kurz vorbeischauen, sondern brachten sehr viel Zeit mit und befassten sich ganz intensiv mit unserem Haus, dem Konzept und den Rekuperanten", erklärte Lang.

"Es ist unheimlich schön zu sehen, wie verbunden sich viele Menschen mit der Fazenda fühlen", fügte er hinzu. In drei Blöcken erzählten die Rekuperanten, Ehemaligen und Freiwilligen von ihren Erfahrungen mit der nach Richtlinien der Bibel lebenden Gemeinschaft für abhängige Menschen. Auch Rainer Kehrmann hingen die Besucher in der Klosterkapelle an den Lippen. Der Vorruheständler hilft bereits seit der Gründung der Fazenda ehrenamtlich an den ständig anfallenden Arbeiten rund um das 1921 erbaute Gebäude mit. "Als ich bei der Einweihung zu Gast war, ist mir sofort das bis dahin dunkle und kalte Haus aufgefallen", erzählte der Projektleiter. "Ich habe nur gedacht, Menschen, die in einer Einrichtung ihre Drogenkarriere beenden und ihr Leben verändern wollen, müssen sich dort doch wohlfühlen. Und dazu wollte ich beitragen", so Kehrmann weiter.

Daneben berichtete die Helferin Monika Kehrmann von dem neuen Hofcafé, welches sie nun ehrenamtlich führt. Der Rekuperant Josef erzählte von dem Aufbau des Gebäudes und dem erbaulichen Gefühl, an der Verwirklichung des Projektes mitgewirkt zu haben. Der früher selbst drogenabhängige Freiwillige Alexandre aus Brasilien sprach zudem von seinem zehnmonatigen Dienst in einer brasilianischen Fazenda und seinem Wunsch, nun die therapeutische Gemeinschaft in Mörmter kennenzulernen. Darüber hinaus war die junge brasilianische Gemeinschaft "Shalom" zu Gast. Höhepunkte bei dem Sommerfest waren aber zum einen der Heiratsantrag eines Ehemaligen sowie die Erzählungen von Pater Markus, der 21 Jahre lang das Franziskanerkloster leitete. "Da spürte man mal die Wurzeln und das Fundament, auf dem die Fazenda eigentlich steht", so Lang.

Quelle: RP
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