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Xanten
Der APX sucht neue Besucherbetreuer

Xanten: Der APX sucht neue Besucherbetreuer
Die Archäologin Kathrin Jaschke (Mitte) mit den Besucherbetreuern Helmut Kernder und Felicitas Wilhelms. In den Händen haben sie das Modell des spektakulären APX-Plattboden-Nachbaus, der auf der Lippe zu Wasser gelassen wurde. FOTO: Fischer
Xanten. Im Dezember beginnt nach vier Jahren wieder einmal eine neue Ausbildungsreihe. Interessenten können sich noch melden. Von Heinz Kühnen

Der Archäologische Park Xanten will seine Riege der Gästebegleiter aufstocken. Anfang des nächsten Monats gibt's ein erstes Treffen vor einer Intensiv-Vorbereitung mit wöchentlichen Treffen und Hospitationen sowie Aufgaben, die zu Hause erledigt erden können. Bewerbungsschluss ist der 27. November.

Lesen, lesen, lesen, reden, Menschen mögen, ein wenig Zubrot verdienen. Die APX-Gästeführer Felicitas Wilhelms und Helmut Kernder fassen zusammen, was ihre Tätigkeit im Park und im Museum für sie "einfach riesig spannend macht". Und das man topfit sein muss: "Rentner kommt von rennen", sagt Kernder, Drei Führungen hintereinander, so hat er mal gemessen, das sind 6,5 Kilometer. Im Sommer gibt es sogar bis zu acht Umläufe am Stück.

Und immer wieder gibt es neue Gruppen - jeden Alters, mit verschiedenen Interessenlagen und unterschiedlichen Bildungsständen. Die Herausforderung sei, den Stoff so anzubringen, dass vor dem inneren Auge des Besuchers das alte Leben der Römer lebendig wird, sagt Felicitas Wilhelms.

So eine Parkführung erfordert deshalb auch jede Menge Wissen. "Wer glaubt, es reiche schon, sich einfach für die alten Zeiten, für Geschichte und Archäologie zu interessieren und übe einen klassischen Nebenjob aus, der liegt falsch", wiegelt Museumspädagogin Dr. Kathrin Jaschke gleich ab. Schon deshalb, weil es für 60 Minuten Besucherbegleitung zwar 25 Euro gibt, die Arbeit aber kein regelmäßiges Einkommen verspricht. "Im Sommer, so Jaschke," steppt der Bär, immer Winter ist Auszeit." Allerdings müsse man ohnehin nicht jeden Tag parat stehen. Es gibt "freigeschaufelte" ganze oder halbe Tage oder auch einige unter den derzeit 42 Mitarbeitern, die ausnahmslos am Wochenende kommen, erklärt die Archäologin. Dazu kommen noch jede Menge Aktionsprogramme. Fremdsprachenkenntnisse sind auch nicht schlecht. Niederländisch oder Französisch zum Beispiel.

Bis in das Frühjahr hinein werden die "Auszubildenden" ab Anfang Dezember an einem Nachmittag in der Woche jeweils drei Stunden in der Woche geschult und mit Wissen vollgestopft, das sie über Lesen erweitern müssen. Dann werden die "Neuen" zum Erlernen der Praxis anderen Begleitern anvertraut.

"Da kann man viel abgucken", erinnert sich Helmut Kernder an seine Ausbildungsphase, die er beim bislang letzten Durchlauf vor vier Jahren machte. Als Servicemann für Fernschreibtechnik bei der Bundespost hat der heute 65-Jährige viel Kontakt mit Menschen gehabt. Was ihm auch heute noch zugutekommt, nachdem er bei Besuchen im Park von seinem Enkel immer wieder mit kniffligen Fragen bombardiert worden sei, bis er sich selbst zum Kursus angemeldet hatte: "Weil ich ja selbst neugierig war und bin."

Seine Kollegin Felicitas Wilhelms hat ihre Ausbildung schon vor gut 20 Jahren im Regionalmuseum am Dom gemacht. Die diplomierte Forstwirtin hatte nach dem Studium in Freiburg als Waldpädagogin gearbeitet und in der Erwachsenenbildung. Letztendlich kam sie aber immer wieder auf die alten Römer zurück. Ihre Diplomarbeit hatte sie schließlich schon über die Entwaldung Englands durch die Römer geschrieben. Folgerichtig ist sie nach der Familien- und Berufsphase vor fünf Jahren "wieder im APX gelandet. Im Park sei es einfach spannend, es gebe immer etwas Neues, "und es macht richtig Spaß, hier zu arbeiten", sagt sie. Allerdings müsse man vor den Sommerferien, wenn sich vor allem Hunderte von Schülern im Park drängeln, auch stressresistent sein. Zumal es auch dann immer wieder mal was zu schmunzeln gebe, sagt Kernder. Wenn so ein Schüler zum Beispiel das Wort Märtyrer als Auto mit mehreren Türen übersetzt: "Nur nicht laut lachen!"

Derartige Episoden kann fast jeder der derzeit 42 Gästebegleiter erzählen, die allein im Jahr 2014 insgesamt 7014 Führungen leiten durften - bei gleichzeitig 578 408 Gästen. Bei den Zahlen ist klar: "Elf, zwölf Mitarbeiter könnten wir gut gebrauchen", so Kathrin Jaschke.

Kontakt 02801 712-156, Dr. Katrin Jaschke (Anmeldeschluss 27. November, 1. Treffen 4. Dezember).

Quelle: RP
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