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Xanten
Der Arbeitskreis Asyl hilft seit 25 Jahren

Xanten: Der Arbeitskreis Asyl hilft seit 25 Jahren
Angesehene Arbeit des Arbeitskreises Asyl: das Reparieren von gespendeten Fahrrädern. Die machen die Flüchtlinge mobil. FOTO: AK Asyl
Xanten. Das Xantener Lenkungsteam kann auf die große Hilfsbereitschaft von gut 100 Freiwilligen zurückgreifen. Von Peter Kummer

25 Jahre Arbeitskreis Asyl -das kann man so oder so sehen. Zum einen, sagt Dr. Wolfgang Schneider, sei es erfreulich, dass ein Arbeitskreis schon so lange und kontinuierlich arbeitet. Zum anderen wäre es ihm aber am liebsten, wenn die weltpolitischen Verhältnisse dieses Angebot überflüssig machen würden. Doch dieser Wunsch bleibt wohl unerfüllt; die Zahl der Flüchtlinge in Xanten war noch nie so hoch wie in diesen Monaten. Rund 60 Millionen Menschen sind auf der Erde auf der Flucht, im vergangenen Jahr kamen über eine Million nach Deutschland, von ihnen lebten knapp 500 Männer, Frauen und Kinder in Xantener Unterkünften. Mit weiteren Zuweisungen muss die Stadt rechnen.

Entstanden ist der Arbeitskreis Asyl im Herbst 1991 als Folge des schlimmen Brandanschlags auf ein Asylbewerberheim in Hünxe, erinnerte Barbara Kleinpaß, von Anfang an mit dabei, jetzt auf einer Informationsveranstaltung im Saal der Evangelischen Kirchengemeinde. Der Arbeitskreis trete für ein friedliches Miteinander der Menschen ein und unterstütze die Flüchtlinge in vielen Bereichen, betonte sie.

Zu tun gibt es mehr als genug. Dabei können sich Barbara Kleinpaß und die anderen Mitglieder der Steuerungsgruppe auf einen großen Kreis von 80 bis 100 Unterstützern verlassen; die Zahl jener, die außerhalb des Arbeitskreises ebenfalls ihren Beitrag dazu leisten, nicht mit eingerechnet. Es gebe ein für eine Stadt wie Xanten außergewöhnliches Netzwerk. Dieses reicht von der Stadt über die Flüchtlingsberater von Diakonie und Caritas sowie die Kleiderkammer am Markt bis zur Xantener Tafel und Kooperationspartnern wie Awo, Stadtbücherei, Kirchengemeinden und Schulen.

Das ganze Jahr über bietet der Arbeitskreis die verschiedensten Veranstaltungen und Aktionen an. Es gibt die Arbeitsgruppe Religion, die der christliche Theologe Prof. Dr. Josef Hochstaffl initiiert hat. Christen und Muslime im Gespräch hieß es zum Beispiel Mitte März im Haus Michael im Dom. Das Offene Singen im früheren Förderzentrum bringt die Menschen ebenso in Kontakt wie Kegeln oder Billard im Haus der Begegnung. Junge Leute kamen zum internationalen Kickerturnier zusammen, in einer Fahrradwerkstatt werden dort abgegebene Räder überholt, repariert und gegen einen Obolus an Flüchtlinge abgegeben. Radspenden werden weiter gerne entgegengenommen, ebenso Rollschuhe und Inliner. Sprachpaten geben Deutschunterricht. Und ein großes Buffet mit selbst zubereiteten arabischen Gerichten zeigte, dass Speisen fremder Länder ebenfalls einen Beitrag zur Völkerverständigung leisten können.

Manchmal, so hieß es, sei das Bohren von mehr oder weniger dicken Brettern nötig, wie zum Beispiel in gewissen Punkten bei der Zusammenarbeit mit der Stadt. Das Verhältnis sei kritisch-solidarisch, erläuterte Barbara Kleinpaß und, so Schneider, kritisch-kooperativ.

Bisweilen erschwerten aber Gesetze und Vorschriften die Arbeit, manchmal muss Überzeugungsarbeit geleistet werden, wenn es zum Beispiel darum geht, wer für einen Dolmetscher sorgen muss. Am Ende des rund zweistündigen Vortrags im Gemeindesaal stand aber die Zuversicht "Wir schaffen das."

Quelle: RP
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