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Sonsbeck
Der besondere "Zündkerzen"-Moment

Sonsbeck: Der besondere "Zündkerzen"-Moment
FOTO: Deutscher Bürgerpreis
Sonsbeck. Gregor Joosten, der den Deutschen Bürgerpreis in Berlin stellvertretend für das ganze Team entgegen hatte, erzählt die bewegende Geschichte vom Wachkomapatienten Lars, der früher mal ein begeisterter Motorradfahrer war. Von Rita Hansen

Immer wieder sind sie mit ihrem Engagement im Gespräch, die Initiatoren des Sonsbecker Vereins "Unternehmen Zündkerze". Bei der alljährlich stattfindenden Motorradausfahrt nehmen Biker Menschen mit Behinderungen mit auf eine große Niederrheintour. Längst ist der "Jumborun", wie die Ausfahrt genannt wird, weit über die kommunalen Grenzen bekannt (wir berichteten). Zahlreiche Preise und Auszeichnungen hat das das Zündkerzen-Team in den letzten Jahren erhalten. Unter anderem erhielt der Verein den Deutschen Bürgerpreis.

Im Rahmen dieser Ehrung wurde Gregor Joosten, der den Preis stellvertretend für das gesamte Team entgegengenommen hat, nach seinem ganz besonderen Moment gefragt. Dieser Bericht findet sich für die Kampagne 2017 auch in Kurzform auf den Seiten der Stiftung.

Joosten berichtete von einer Ausfahrt, die selbst für die erfahrenen Zündkerzler nicht ganz alltäglich war: "Mein persönlicher Moment war, als wir für einen Wachkomapatienten eine Motorradtour organisiert und durchgeführt haben", erzählte Joosten. "Wir hatten eine Anfrage von den Eltern des Patienten, Lars heißt er, bekommen, ob wir so etwas verwirklichen könnten", erinnert sich der Sonsbecker. Lars war, als er noch kerngesund war, mit seinem Motorrad um die ganze Welt gefahren. Durch eine Krankheit war er ins Wachkoma gefallen. Er lebt jetzt in einem Pflegeheim hier am Niederrhein.

Das Unternehmen Zündkerze wurde vor knapp 20 Jahren gegründet, um behinderte Menschen mit Motorrad-Touren für ein paar Stunden glücklich zu machen. "Wenn es uns irgendwie möglich ist, nehmen wir alle Behinderten mit, die dazu in der Lage sind, sofern wir es verantworten können", berichtet Gregor Joosten. "Daher haben wir nicht lange gezögert, haben einige Gespannfahrer organisiert und sind zum Pflegeheim gefahren."

Natürlich haben habe man Lars seine alte Motorradkluft angezogen, seinen alten Helm aufgesetzt und ihn in einen der Beiwagen gesetzt. "Seinen Zimmerkollegen, ebenfalls ein Wachkomapatient, haben wir ganz spontan ebenfalls mitgenommen", so der Sonsbecker. Die ungewöhnliche Motorrad-Tour führte rund 30 Kilometer über den Niederrhein. Lars habe während der ganzen Fahrt gelächelt, berichten die Biker. Seine Mutter saß als Sozia hinten auf der Maschine und hat ihrem Sohn während der Fahrt die Hand gehalten. "Als wir wieder am Wohnheim angekommen sind, standen dort seine ganze Familie und einige Pflegekräfte. Ich glaube, alle hatten feuchte Augen. Das war ein sehr ergreifender Moment", so Joosten. "Ich weiß natürlich nicht, wie viel Lars von der Tour im Konvoi wirklich mitbekommen hat. Aber ich weiß, dass wir etwas Richtiges getan haben - für Lars und für seine Familie, aber natürlich auch für uns", so der Biker. Solche Momente zeigten, mit wie wenig Aufwand man etwas bewegen könne. Bis heute hält Gregor Joosten engen Kontakt zu Lars' Familie. Diese Augenblicke sind es, in denen das Zündkerze-Team weiß, wozu es die Anstrengungen rund um die Touren auf sich nimmt.

www.deutscher-buergerpreis.de/start/mein-moment/gregor-joosten

Quelle: RP
 
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