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Sonsbeck
Der Emmaus-Flohmarkt nimmt wieder Fahrt auf

Sonsbeck: Der Emmaus-Flohmarkt nimmt wieder Fahrt auf
Nach dem Brand der Lagerhalle läuft der Betrieb wieder. Dagmar Peters mit einer Collage mit Dingen, die aus der Ruine geborgen wurden. FOTO: Armin Fischer
Sonsbeck. Nachdem Lagerbrand läuft der Betrieb in der Anlaufstelle für Bedürftige und Sammler in Sonsbeck wieder fast normal. Helfer werden gesucht. Von Peter Kummer

Die neue Lagerhalle ist groß, aber nicht groß genug. Überall stehen Kartons aufeinander gestapelt und warten darauf, ausgepackt und sortiert zu werden. "Hier drin ist Weihnachtsschmuck und dort sind Haushaltswaren drin", sagt Brigitte Remitschka. Ein Mitarbeiter des Flohmarktes packt gerade Gläser aus dem Zeitungspapier, weiter hinten stehen die Bilder. Die Emmaus-Gemeinschaft bietet längst wieder das volle Sortiment an, nachdem ein Feuer im April 2015 zu einer Zwangspause geführt hatte. Seit rund einem Jahr steht auch die neue Halle.

Zur Stammkundschaft zählen etwa 200 bis 300 Menschen vom gesamten Niederrhein, aus den Niederlanden und sogar aus dem westlichen Ruhrgebiet. "Zu uns kommen nicht nur ärmere, bedürftige Menschen", betont die Vereinsvorsitzende Dagmar Peters. "Unser Kundenkreis umfasst alle Gruppen - vom Hartz-IV-Empfänger bis zum Besserverdiener." Selbst Sammler sind unter ihnen, zum Beispiel auf der Suche nach einem weiteren Stück für ihre Sammlung von Meißner-Porzellan oder Kaffeekannen, Liebhaber von Antiquitäten und derzeit viele Niederrhein-Urlauber. "Auch junge Leute richten sich bei uns ihre erste Wohnung ein", erzählt Brigitte Remitschka.

Emmaus setzt auf Güterkreislauf und Wiederverwertung. In Deutschland gibt es drei Gesellschaften - in Krefeld, Köln und eben in Sonsbeck. In Frankreich existieren rund 240 Einrichtungen, weltweit sind es rund 350. Mit einzelnen Stellen arbeiten die Sonsbecker zusammen und tauschen Güter aus. Anderes, was hier keinen Abnehmer findet, wird per Lkw nach Rumänien gebracht. "Wir nehmen alles, was noch in Ordnung ist", formuliert Dagmar Peters einen Grundsatz. "Von dem, was hier steht, wird nichts weggeworfen."

Nachdem im April 2015 eine der beiden Lagerhallen abgebrannt war, musste Emmaus vorübergehend kürzertreten. "Wir hatten nur reduzierte Lagerkapazitäten", sagt Dagmar Peters. Die benachbarte Möbelhalle stand ebenso unter Lösch-wasser wie die Büros. Das Feuer hat Emmaus um ein halbes Jahr zurückgeworfen. So lange dauerte es, bis die Mitarbeiter wieder mit dem Verkauf beginnen konnten.

In einer aufgehängten Kiste an der Wand stehen noch einige Erinnerungsstücke, die aus dem Brandschutt geborgen werden konnten. Eine zerbrochene Schallplatte, die Sprungfeder eines Sofas, das damals schon fast fertig restauriert war. "Die Menschen, so unsere Erfahrung, haben uns vermisst. Viele kommen immer wieder, weil man sich untereinander kennt. Es geht nicht nur um den Kauf eines Schrankes oder von Geschirr, sondern auch darum zu schauen und um die sozialen Kontakte", erläutert Brigitte Remitschka. "Wir haben Spaß. Das vermissen die Menschen anderswo oft."

Auf Themenmärkte muss Emmaus allerdings noch verzichten. Antiquitäten, Bilder oder Teppiche wurden früher bei Sonderverkäufen angeboten. Diese Aktivitäten werden jedoch demnächst wieder anlaufen. Der Büchermarkt hingegen hat schon zwei Mal wieder stattgefunden, das Kilo Literatur für 2,50 Euro. Der nächste Termin ist am Samstag 2. September, von 10 bis 14 Uhr.

Dringend gesucht sind derzeit ehrenamtliche Helfer, die regelmäßig kommen und mitarbeiten. Die Kisten bei den Spendern abholen, die auspacken oder sich anderweitig nützlich machen. Oder die Möbel beim Käufer abliefern. Die Freiwilligen sollten regelmäßig mitarbeiten - sei es einmal die Woche oder auch nur alle 14 Tage.

Quelle: RP
 
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