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Serie - So Viel Fair-Trade steckt in Xanten
Der Fair-Trade-Gedanke macht Schule

Xanten. Im September wurde Xanten zum zweiten Mal als "Fairtrade-Stadt" ausgezeichnet. Die Rheinische Post zeigt in einer Serie, wie "fair" die Stadt wirklich ist. An der Marienschule wird der Fair-Trade-Gedanke schon gelebt - im Unterricht und in den Pausen. Von Beate Wyglenda

Xanten Seit etwas über einem Jahr ist die Marienschule in Xanten nun offiziell anerkannte Fairtrade-School. Sie ist damit die erste Schule am Niederrhein, die diese Auszeichnung vom Verein TransFair erhalten hat. Die Initiative, die sich für den fairen Handel stark macht, hat im September auch die Stadt Xanten zum zweiten Mal als "Fairtrade-Stadt" ausgezeichnet. Fünf Kriterien musste die Schule erfüllen.

Aber: Das Engagement der katholischen Mädchenrealschule geht jedoch weit über diese Bedingungen hinaus. Schon lange vor der offiziellen Anerkennung gehörte das Thema fairer Handel an der Marienschule zum Schulalltag dazu. "Unfaire Handelsstrukturen und menschenverachtende Arbeitsbedingungen sind ja kein neues Problem. Wir haben uns schon in den 80er Jahren mit diesen Themen im Unterricht beschäftigt, damit die Schülerinnen lernen, Verantwortung für ihr eigenes Tun, aber auch die Welt, in der sie leben, zu übernehmen", sagt Schulleiter Michael Lemkens.

Der faire Handel passe in das Schulprofil, das sich an christlichen Wertmaßstäben orientiert. "Es geht darum, sich für eine gerechtere Welt stark zu machen", ergänzt Irene van Dam, die Leiterin des Fairtrade-Teams.

Die Gründung dieses Teams, bestehend aus Lehrern, Eltern und Schülerinnen sowie Annette Arzt als Vertreterin der Eine-Welt-Gruppe (EWGX) Xanten, war nur ein Kriterium für die Anerkennung als Fairtrade-School. Vier weitere Punkte musste die Schule realisieren: Sie musste sich selbstverpflichtende Ziele setzen, den Verkauf von fair gehandelten Produkten an der Schule vorantreiben und sich inhaltlich mit dem Thema Fair-Trade auseinandersetzen - im Unterricht und bei Schulaktionen.

Solche Aktionen hat die Marienschule in diesem Jahr bereits einige durchgeführt. Dazu gehörte etwa die Schokoladenwoche im Januar mit fair gehandelten Probiertäfelchen für alle Schülerinnen, einer Verkaufsaktion und einem Unterrichtsprojekt mit Schwerpunkt faire Schokolade. Beim Menschen-Kicker-Turnier der EWGX sowie beim fairen Frühstück der Kolpingfamilie haben die Schülerinnen Waffeln verkauft. Zum Bananenfairday im September gab es faire Bananenshakes an der Schule und im Oktober organisierten die Mädchen eine Plakataktion, die Kunden zum Einkauf von fair gehandelten Produkten auffordert.

Die Marienschülerinnen kaufen aber auch selbst mit Vorliebe fair. "Der faire Verkaufsstand in der Pausenhalle kommt super an. Beliebt sind Gummibärchen und Reiswaffeln, vor allem aber die Pfefferminzbonbons", bemerkt Marie Mehlich (14), die zusammen mit Sara Köhler (14) den Verkauf unterstützt. Beide sind inzwischen für das Thema fairer Handel sensibilisiert. Beim Einkauf im Supermarkt achten sie genau darauf, woher ihre Lebensmittel kommen. Für ein Geschenk oder neuen Schmuck schauen sie gern Mal im Eine-Welt-Laden vorbei. Ein im Unterricht behandeltes Thema hat sie aber besonders berührt: die Handyproduktion. "Einige Verträge erlauben es, jedes Jahr ein neues Smartphone zu bekommen. Dabei weiß kaum jemand, wie sehr die Produktion die Umwelt belastet und wie schlecht die Arbeitsbedingungen sind", erklärt Sara Köhler. "Beim Abbau der Rohstoffe und bei der Produktion fehlen oft arbeitsrechtliche Standards. So müssen die Menschen etwa ohne Schutzkleidung mit giftigen Gasen arbeiten. Da überlegt man sich doch zweimal, ob man wirklich jedes Jahr ein neues Handy braucht", sagt Marie Mehlich. Zur nachhaltigen Entsorgung der Althandys steht in ihrer Schule eine Sammelbox bereit, deren Inhalt der Nabu zugunsten eines Umweltprojekts gespendet wird.

Quelle: RP
 
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