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Sonsbeck
Der ganz besondere Trecker-Kick

Sonsbeck: Der ganz besondere Trecker-Kick
In der 3,6-Tonnen-Supersportklasse: Tobias Köhlen mit "Meisterjäger" vom Team Sonsbeck. Eine Premiere für den Motor aus der Werkstatt Siebers. FOTO: Ost
Sonsbeck. Beim zehnten Farm-Pulling zeigten kreative Tüftler vor mehr als 2000 Zuschauern, was Landmaschinen so an Kraft haben. Auch die Gastgeber landeten in mehreren Kategorien auf vorderen Plätzen. Von Alexander Florié-Albrecht

Jaulende Motoren und schwarzer Rauch - eine über mehr als 100 Meter präparierte Fläche und bis zu 1200 Pferdestärken starke Landmaschinen: Das ist der Rahmen für ein ganz besonders Event. Einmal im Jahr verwandelt sich der Acker von Matthias Treel in Sonsbeck in eine Trecker-Arena. Und das inzwischen zum zehnten Mal.

"Full Pull" schallte die gedehnte Stimme des Moderators jedesmal, wenn eins der Fahrzeuge - ob nun normaler Landwirtschaftstraktor, mit leichtem technischem Zubehör ausgestattetes Gerät oder leicht "frisiertem" Sportklasse-Traktor - die 100-Meter-Strecke mit dem Bremswagen im Schlepptau bewältigen konnte. Zahlreiche Fahrer aus dem Bundesgebiet, aber auch aus den Niederlanden, der Schweiz und Dänemark erprobten sich in der Meisterschaftsserie mit ihren schweren Maschinen, die mit so kreativen Namen wie "Red Baron", "New Blue Diesel" oder "Der Schreckliche" zu jeweils eigener Musik auf den Parcours fuhren.

"Das ist wie ein Passagierflug-zeug, das startet - da wird man brachial in den Sitz gepresst", beschrieb der Veerter Daniel Vassenberg den "besonderen Kick", wenn's losgeht. "Das ist wie ein Virus, von dem man befallen wird", erklärte der 28-Jährige, der diese "Krankheit" von seinem Vater Elmar geerbt hat.

An den beiden Wettkampftagen säumten jeweils um die tausend Zuschauer die Strecke, die zuvor vom Sonsbecker Trecker-Treck-Team präpariert worden war. "Mein Bruder fährt, die ganze Familie ist zusammen, man sieht viele Bekannte, und für die Zuschauer ist es das Kräftemessen, was an Technik da möglich ist", beschrieb der Sonsbecker Alexander de Kock seine Motivation für den Besuch.

Der zwölfjährige Marvin Tietz aus Bocholt machte mit dem Smartphone von den Fahrzeugen Aufnahmen. "Dass die so schnell sind", fand er cool. "Ich bin einmal mit sowas gefahren - der Zug und dieses wahnsinnige Adrenalin, da kriegst du Respekt vor", zeigte sich sein großer Bruder Timo von der Leistung der Maschinen angetan.

Lob für die Veranstaltung gab's von Klaus Hunting von der "Deutsche Trecker-Treck-Organisation" - kurz DTTO: "Vorteile sind hier eine feste Bahn, die einen fairen Wettbewerb ermöglicht, und eine eingespielte Crew."

Die reagierte auch bei einsetzendem Schauer souverän, zog die vorbereiteten Planen über die Strecke. "Das beherrschen wir, das gehört immer dazu", freute sich Organisationschef Josef Siebers vom "Trecker-Treck-Teamk" darüber, dass die "Schnapsidee" seines Bruders vor zwölf Jahren sich zu so einem großen Event entwickelt hat.

Am Abend hatten die Wettbewerbe im Lichterglanz noch mal ein atmosphärisches Bild ab, die anschließende Party geriet etwas länger, was der Spannung der Wettbe-werbe an Tag zwei aber keinen Abbruch tat.

Auch mit den eigenen Ergebnissen konnten die Gastgeber ziemlich zufrieden sein. Lokalmatador Christian Keisers konnte mit seinem neuen "Frechdachs" auf Anhieb einen zweiten Platz bei den 4,5 Tonnen und einen dritten bei den 6-Tonnen-Hobbysportlern herausholen. Und schließlich: Josef und Alois Siebers sicherten sich bei den 6,5 Tonnen Sport die ersten beiden Plätze. Alois Siebers holte zudem bei den 5,5 Tonnern Sport mit seinem "Life Power MF 2805" den dritten Platz.

Quelle: RP
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