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Sonsbeck
Der Schreiber, der um ein Buch gebeten wurde, liest

Sonsbeck. Claudio Ghin stellt in der Lion's Lounge in Sonsbeck sein Buch "Auf einem Auge Herbst" vor.

"Ich habe schon geschrieben, da habe ich noch nicht gelesen. Das ist das Absurdeste an mir", erzählt Claudio Ghin lachend. Am Freitag, 14. Oktober, kehrt er nach Sonsbeck zurück und liest ab 19 Uhr, Einlass 18.30 Uhr, in der Lion's Lounge, Hochstraße 18, aus seinem Buch "Auf einem Auge Herbst".

Sein Mitteilungsbedürfnis sei immer schon sehr ausgeprägt gewesen. "Mit jedem Zentimeter, den ich gewachsen bin, wurde es größer." In seiner Jugend zog die Familie von Sonsbeck ins Sauerland, rund 40 Kilometer von Paderborn entfernt. Eine Gegend, die den 33-Jährigen weiter zum Schreiben animierte.

In Paderborn studierte er Literatur. "Nach drei Semestern hatten sie mich dort so weit, dass ich auch vernünftige Literatur las. Ich habe ,Trinkgeld vom Schicksal' von Selim Özdogan gelesen. So schreiben, das wollte ich auch können", erinnert sich der Mönchengladbacher. Er arbeitete weiter an seinen Texten.

Die vielfach in Ich-Form geschriebenen Skripte veröffentlichte er auf Online-Plattformen. Nach ersten Rückschlägen wurden die Kommentare der Leser immer freundlicher, sagt er. Eine Zeit lang tummelte sich Ghin in der Poetry-Slam-Szene. "Irgendwann bat mich ein Freund, der Verleger Karsten Strack: Du schreibst doch. Lass mal deine Geschichten rüberkommen." So entstand das Buch "Auf einem Auge Herbst".

In seiner Lebensplanung sei ein solches Projekt in den nächsten Jahren nicht vorgesehen gewesen, verrät der Werbetexter schmunzelnd. Da er sich nicht um die Veröffentlichung seiner Geschichten bemüht hatte, habe er bisher auch nur bedingt stolz darauf sein können. Das änderte sich mit der Einladung des Goethe-Institutes zu einer Lesung nach Frankreich. Dafür wurden vier seiner Geschichten übersetzt. "Eine der Dolmetscherinnen fand die Geschichten so gut, dass sie sie jetzt mit ihren Schülern in der Schule durchnimmt. Darauf bin ich nun tatsächlich stolz", so Claudio Ghin.

Ansonsten scheint der Poet gänzlich uneitel. Viele der Geschichten seien in einer Phase entstanden, in der Stil vor Inhalt kam, erinnert sich der Autor, der als Hobby "aus dem Fenster schauen" angibt.

Er müsse nicht "gepudert" werden, wenn er die Leute danach frage, wie ihnen seine Geschichten gefallen haben. Vielmehr interessiert den Speiseeisliebhaber, warum ihnen die Geschichten gefallen oder eben nicht gefallen haben, "weil ich es spannend finde". Möglichkeiten zum Austausch zwischen dem Autor und seinen Lesern gibt es auch bei der Lesung in Sonsbeck.

Karten gibt es im Vorverkauf in der Buchhandlung Bücherbogen, Hochstraße 44, zum Preis von fünf Euro.

Quelle: RP
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