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Xanten
Deutsche Einheit bleibt lebendiges Thema

Xanten: Deutsche Einheit bleibt lebendiges Thema
Bei der Eröffnung der Plakatausstellung "Der Weg zur Deutschen Einheit" mahnte Schulleiter Klaßen, keine neuen Mauern zu errichten. FOTO: arfi
Xanten. Acht Neuntklässlerinnen der Geschichts-Arbeitsgemeinschaft am Stiftsgymnasium haben eine Ausstellung vorbereitet. Von Sabine Hannemann

Gehören die Berliner Mauer und der Mauerfall am 9. November 1989 bereits zu den "ollen Kamellen" der Geschichte? Franz-Josef Klaßen, Schulleiter des Städtischen Stiftsgymnasiums Xanten stellte zu Recht diese Frage. Anlass war die Eröffnung der Plakatausstellung "Der Weg zur Deutschen Einheit", die die neue Geschichts-AG nach den Sommerferien vorbereitet hat. 25 Plakate, die der CDU-Stadtverband als Arbeitsmaterial der Schule übergeben hatte, zeichnen die Ereignisse rund um den Mauerfall auf, informieren über Details der deutsch-deutschen Geschichte, ziehen Bilanz.

Neun Schülerinnen haben sich nach den Sommerferien in der neuen Geschichts-AG diesem Thema gewidmet "und präsentieren jetzt zum 9. November ihr erstes gemeinsames Projekt. Der Themenvorschlag kam von Schülerseite", erklärte Geschichtslehrer Alexander Kalnius, der mit Christiane Schnüpke diese AG auf die Beine stellte.

Die Motivation, sich mit dem Teil deutscher Geschichte auseinanderzusetzen, an den 26. Mauerfall-Jahrestag und die Einheit zu erinnern, ist unterschiedlich. "Mich interessiert es, weil meine Eltern in der DDR gelebt haben. Für mich ist die Projektarbeit eine Chance, mehr darüber zu erfahren", sagt Elena Berger (14). Die Zeit mit zwei deutschen Staaten "ist noch nicht lange her. Mein Opa hat mir davon erzählt. Jetzt gibt es noch Spuren", sagt Vivienne Schlesier (14). Ein Besuch in Berlin weckte bei Lea Rehbock (14) das Interesse.

"Für viele ist Berlin heute keine Insel mehr, sondern eine Selbstverständlichkeit", sagte Schulleiter Klaßen in seiner Einführung. Ist demnach die DDR heute nur noch eine Episode in der deutschen Geschichte, die am 9. November 1989 endete? "So viele Ereignisse, die bei uns passieren, hängen zusammen", führte der Schulleiter aus. Das Datum 9. November ziehe sich wie ein roter Faden durch den Geschichtskalender. Am 9. November 1918 ruft Scheidemann die Republik aus, am 9. November 1923 wird der Hitlerputsch in München niedergeschlagen, genau 15 Jahre später brennen am 9. November 1938 die Synagogen. Die Mauer fällt am 9. November 1989. Klaßen erinnerte daran, dass sich manches wiederhole, bundesweit und vor Ort, wie im Oktober der Brandanschlag auf das geplante Flüchtlingsheim in Xanten.

Hörbar bewegt lobte er das Engagement der "jungen Leute, die dagegen aufstehen und auf die Straße gehen. So kommen wir weiter". Mit Blick auf die jüngste Flüchtlingsentwicklung mahnte er, keine neuen Mauern zu bauen und das Grundgesetz mit verbrieften Rechten zu achten. "Sonst verlieren wir etwas, was wir bewahren wollen." Für Geschichtslehrer Kalnius ist die Plakatausstellung ein wichtiger Schritt einer Europaschule. Im Herbst 2016 soll ein Besuch in Lettland folgen.

Die Ausstellung im Mehrzweckraum ist bis zum 18. November und beim Tag der Offenen Tür zu sehen.

Quelle: RP
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