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Sonsbeck
Die Ära Babenhauserheide geht zu Ende

Sonsbeck. Ende des Monats schließt das 1988 gegründete Sonsbecker Opel-Autohaus seine Tore. Von Rita Hansen

An einem Samstag hat es begonnen. An einem Samstag wird es enden. "Ich habe meine Lehre am 1. April 1961, an einem Samstag, angefangen", erinnert sich Heinz-Dieter Babenhauserheide. Nach 27 Jahren als Arbeitnehmer machte er sich im Januar 1988 mit dem Autohaus Babenhauserheide, An der Stau 1, in Sonsbeck selbstständig.

"Ein halbes Leben" und viel Herzblut steckte der Kevelaerer in seinen Betrieb, baute ihn stetig weiter aus. "Ich war mit der Erste, der seine Fahrzeuge damals im Internet präsentierte", berichtet der Schalkefan, der bereits im April 2013 als Mitglied der Opel-Organisation seine 50-jährige Opel-Verbindung feierte. Die Umstellung vom mechanisch zum elektronisch gesteuerten Auto sei der gravierendste Wandel in all den Jahren gewesen.

Ausgemacht hat seinen Beruf aber der Umgang mit den Menschen. "Das ist das A und O: die Kunst, mit jedem Kunden richtig umgehen zu können." Entsprechend entsetzt sind seine Stammkunden darüber, dass Heinz-Dieter Babenhauserheide nach 55 Berufsjahren in den Ruhestand tritt. "Ich werde bald 70 Jahre" - darauf verweist der bekennende Harley-Davidson-Fahrer lachend, wenn es wieder einmal heißt, das könne er doch nicht machen.

Kürzlich fragte ihn eine Autokäuferin: "Was mache ich denn jetzt mit meiner Garantie fürs Auto?" Als der Autohändler ihr erklärte, dass die fahrzeug- und nicht autohausbezogen sei, war sie beruhigt. Jetzt im Endspurt gibt viel zu tun, bevor am nächsten Samstag, 30. Juli, im Meisterbetrieb Babenhauserheide die Werkzeuge endgültig ausgeräumt werden.

Viele Stammkunden lassen ihre Fahrzeuge noch einmal warten. Die letzten Autos sind verkauft, am Monatsende ist Schluss. Bis Ende September wickelt Heinz-Dieter Babenhauserheide das Autohaus noch ab. Danach wird das Grundstück für seinen künftigen Verwendungszweck vorbereitet. Das Autohaus wird abgerissen und stattdessen ein Mehrfamilienhaus mit zehn barrierefreien Eigentumswohnungen, inklusive zweier Penthousewohnungen, errichtet.

Eine Anerkennung für sauberes, umweltschonendes Arbeiten bekam der geborene Hartefelder ungewollt durch einen Geologen. Der nahm im Rahmen der Nutzungsänderung des Grundstückes Probebohrungen vor und fand keinerlei Rückstände von Öl, Benzin oder Frostschutzmitteln. "Das ist unser Verdienst für vernünftiges Arbeiten." Was er denn im Ruhestand machen wolle, werde er immer wieder gefragt, berichtet der zweifache Großvater schmunzelnd. Seine Antwort ist deutlich: "Endlich einmal nichts!"

Auch wenn Heinz-Dieter Babenhauserheide sich auf mehr Zeit mit der Familie und besonders mit den beiden Enkeln freut. Es sind schon recht "gemischte Gefühle", die ihn bei seinem Abschied begleiten, wenn er demnächst zum allerletzten Mal die Werkstatttüren schließen wird.

Quelle: RP
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