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Unsere Woche
Die Bürger sollten stets an erster Stelle stehen

Xanten. Bei aller Aufregung rund um den Vorfall in Orsoy darf man nicht vergessen: Ein Polizist ist nicht "die" Polizei". In Xanten wählt Thomas Görtz in Sachen Krematorium in Birten ungewöhnliche Wege. Den Gegenwind hat er damit selbst gesät.

Zunächst einmal gilt es, an dieser Stelle eine Lanze für unsere Polizei zu brechen: Auch wenn in Rheinberg ein einzelner Beamter möglicherweise nicht angemessen auf die Situation reagiert hat, bei der ein Mädchen gerade einer Belästigung mit allen denkbaren Folgen entgangen war: Es geht bei der Kritik nicht um "die" Polizei an sich, die unserer Meinung mit viel zu wenig Leuten sehr viel tut, um für unsere Sicherheit zu sorgen.

Aufreger gab es in der Brückentagwoche genug. "Ausgerechnet Birten!" mag mancher gedacht haben, als die Nachricht vom Bau eines Krematoriums durchsickerte. Ein Thema, das man sachlich diskutieren kann und bei dem es gute fachliche Argumente geben sollte. Warum aber Bürgermeister Thomas Görtz, der doch so gerne "Weiter so, aber anders" sagte, diesen Kommunikationsweg wählte, bleibt rätselhaft. Nur ein Brief an wenige Anlieger, der garantiert eine Debatte im Dorf und in den sozialen Medien auslöst. Was sprach dagegen, das Projekt offensiv in den Gremien und der Öffentlichkeit vorzustellen? Bei so einer ungeschickten Kommunikationsstrategie muss man sich nicht wundern, wenn die Vermutungen ins Kraut schießen. Zumal der bequeme Hinweis darauf, man könne so beschließen, weil die Gesetzeslage so ist, immer ein bisschen wie ein Offenbarungseid wirkt. Als Kind sagte man auch gern "Darum!", wenn die Argumente fehlen.

Die Bürger mitnehmen, das kann man so nicht. Auch beim Ansatz für das Carsharing, über dessen schlechte Vorbereitung durch Innogy wir uns ja schon ausgelassen haben, fällt ein komischer Ansatz auf. In erster Linie sind die Wagen für die Verwaltung da, die Bürger kommen nur an die Reihe, wenn die Autos vom Rathausteam nicht gebraucht werden. Will man die Dienstwagen mit Hilfe zusätzlicher Nutzung bezahlbarer machen, ist das Konzept okay. Sollte aber echter Wille, den Bürgern ein attraktives Carsharing-Angebot zu machen, dahinterstehen, müsste der Ansatz doch genau anders herum sein. Zuerst kommen die Bürger - man könnte auch Kunden sagen -, sind dann Kapazitäten frei, die Mitarbeiter im Rathaus. In Alpen und Sonsbeck gibt es die starke zeitliche Einschränkung des Angebots jedenfalls nicht.

Trotz alledem - genießen Sie Ihr Wochenende!

DIRK.MOEWIUS@RHEINISCHE-POST.DE

Quelle: RP
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