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Xanten
Die CDU-Fraktion im Weseler Rat bricht auseinander

Xanten. Quartett um den Gindericher Franz Bothen sitzt jetzt als "Wir für Wesel" im Rat. Die Büdericher CDU ist empört. Von Thomas Hesse und Bernfried Paus

In der Weseler CDU schlagen die Wellen meterhoch. Vier Ratsherren der Christunion haben mit der Fraktion gebrochen. Das Quartett um den Gindericher Franz Bothen tritt von sofort als eigene Marke an unter dem Kürzel WfW. Das steht für die Wählergemeinschaft "Wir für Wesel". Bothen und seine Mitstreiter begründen den radikalen Schnitt mit "zielloser Arbeit und Lethargie" der CDU-Fraktion mit dem Büdericher Jürgen Linz an der Spitze.

Der Bruch ist Schlusspunkt anhaltender fraktionsinterner Querelen, die schon am Abend nach der Kommunalwahl im Mai vorigen Jahres begonnen hatten. Vor einem Jahr waren Bothen und WfW-Mitstreiter Thomas Moll als Vertreter von Fraktionschef Linz zurückgetreten, "enttäuscht von der politischen Geisterfahrt der CDU", die kaum mehr als ein Spielball für den homo politicus Ludger Hovest (SPD) sei.

Alle Versuche, die CDU-Fraktion zu befrieden, sind gescheitert. Das Duo Bothen/Moll will nicht mehr, mit ihnen haben Jürgen Lantermann und Geschäftsmann Patrick Tenhaeff, alle keine Hinterbänkler, die Fraktion verlassen. Die schrumpft auf 17 Sitze und ist nicht mehr stärkste Fraktion. Mit ihren Partei-Austritt sind die vier vermutlich einem Rausschmiss zuvorgekommen. Die CDU bemüht sich nach dem ersten Schock und einer Krisensitzung um demonstrative Gelassenheit. Den nicht unerwarteten Bruch wertet die CDU-Spitze als "Befreiung und Chance".

Unterdessen hat sich auch CDU-Urgestein Rudi Spelmanns (77), langjähriger Fraktionschef, zu Wort gemeldet: "Der Bruch zerreißt mir das Herz." Der Schaden für die Weseler CDU sei immens und so schnell nicht zu reparieren. Spelmanns hat bei seinem Nachfolger "handwerkliche Fehler" ausgemacht. Ex-Parteichef Dr. Heinzgerd Schott hält er vor, abgetreten zu sein, ohne eine Konfliktlösung der Fraktion zu organisieren.

Der CDU-Ortsverband Büderich reagiert "verärgert" auf "den mit uns nicht besprochenen Schnellschuss von Franz Bothen", so Vize-Vorsitzender Andreas Üffing. Er stellt dem Aussteiger ein schlechtes Zeugnis aus: "Einsatz für den Wahlbezirk konnten wir nicht feststellen." Die Politik vor Ort läuft weiter. Das Bürgertreffen in Büderich wird, wie geplant, morgen um 18.30 Uhr in der Marktschänke stattfinden. Schärfer ist der Ton von Reinhold Brands, Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Wesel: Er nennt die Aussteiger "machtbesessene Wahlbetrüger", die "gutgläubige Wähler getäuscht" hätten. Er fordert sie auf, ihr Ratsmandat niederzulegen.

Quelle: RP
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