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Xanten
Die Flüchtlingshilfe stellt sich neu auf

Fotos: Eine Nacht in der Düsseldorfer Flüchtlingsunterkunft
Fotos: Eine Nacht in der Düsseldorfer Flüchtlingsunterkunft FOTO: Bernd Schaller
Xanten. Im weltweiten Netz und auf Facebook erhält man jetzt alle Informationen über die Lage der Flüchtlinge in Xanten. Das Interesse ist groß: Schon mehr als 200 "Gefällt mir"-Klicks binnen weniger Tage. Diskussionsplattform unerwünscht. Von Beate Wyglenda

Die Solidarität und Hilfsbereitschaft bei den Xantener Bürgern ist groß, wenn es um Flüchtlinge geht, die in Xanten Obdach suchen. Viele möchten helfen, bislang jedoch scheiterte das Bestreben oft an der Frage, wie und an wen man sich dabei wenden könne. Mit der Homepage www.flüchtlingshilfe-xanten.de sowie der gleichnamigen Facebook-Seite sorgen Sabine Wassermann und Udo Bister nun für Abhilfe. Dort laufen die Fäden der Xantener Organisationen zusammen. Dort werden Hilfsangebote und Spenden weitergeleitet, wird über Aktivitäten und Notwendigkeiten informiert.

Gerade mal vier Tage ist die Facebook-Seite der Flüchtlingshilfe Xanten alt, und schon sind weit über 200 "Gefällt mir"-Angaben darauf vermerkt. "Die Menschen in Xanten interessieren sich sehr für die Flüchtlingssituation in ihrer Stadt", sagt Initiatorin Sabine Wassermann. "Die Zustimmung ist groß. Viele wollen auch einen Beitrag leisten, wussten aber bisher oft nicht genau wie", ergänzt sie.

Da Wassermann beruflich wie privat viel in sozialen Netzwerken unterwegs ist, entdeckte sie immer wieder verstreut Anfragen von Nutzern, wohin man was spenden könne oder wie man Flüchtlingen in Xanten generell helfen könne. "Da kam mir die Idee, eine Seite zu errichten, auf der die Fäden zusammenlaufen und die Anfragen der Leute schnell und unkompliziert an die richtigen Kontaktpersonen geleitet werden", erzählt die Werbeunternehmerin.

Um auch die facebook-kritischen Unterstützer von Flüchtlingen mit ins Boot zu holen, entstand in Zusammenarbeit mit Udo Bister bald darauf auch die passende Homepage. Auf beiden Internetseiten erhalten die Nutzer Informationen über die aktuelle Situation der Asylbewerber in Xanten.

Neben der Anzahl der derzeit in Xanten lebenden Flüchtlinge und den Stand der Flüchtlingsunterkünfte sind auch die Leistungen des Arbeitskreises (AK) Asyl beschrieben. In den weiteren Rubriken "Das wird gebraucht", "Hilfe anbieten" und "Sachspenden" gibt es Hinweise dazu, welche Gebrauchsgüter, aber auch Hilfeleistungen noch notwendig sind. "Es geht nicht nur um Sachspenden, sondern auch um Unterstützung, die darüber hinausgeht, etwa in Form von sozialen Kontakten und dem Erlernen der deutschen Sprache", verdeutlicht Wassermann.

Mit dem Ausfüllen einer Vorlage ist es sogar direkt auf der Homepage möglich, sich etwa als Begleiter bei Behördengängen, als Förderer von Flüchtlingskindern oder als Sprachpate freiwillig zu melden.

Zudem gibt es Auskunft über die vielen Begegnungsangebote mit Asylbewerbern, zum Beispiel das "Offene Kegeln" im Haus der Begegnung, das "Offene Café" in Emilie's Café oder das zuletzt sehr gut besuchte Sommerfest des Arbeitskreises Asyl.

Diskussionsplattformen über die Flüchtlingslage sollen die Internetseiten aber nicht sein. "Unangebrachte Kommentare werden sofort gelöscht", betont Bister. "Grundsätzlich dienen die Seiten der Information und Vernetzung von Unterstützern und nicht zum Austausch von Meinungen", verdeutlicht er.

Anfang September traf sich erstmals ein Runder Tisch mit Vertretern aller Xantener Organisationen, die sich in irgendeiner Weise mit der Flüchtlingsthematik in der Stadt Xanten beschäftigen. Dazu gehörten der Arbeitskreis Asyl, die Kleiderkammer der "Caritas am Markt", die Caritas-Konferenz Moers-Xanten, die Xantener Tafel, der TuS Xanten, der DBX und die Stadt Xanten. Alle berichteten von einer derzeit insgesamt positiven Lage, sowohl was die Spendenbereitschaft und den Zuspruch der Bürger wie auch die Bemühungen der Flüchtlinge betrifft.

Quelle: RP
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