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Sonsbeck
Die heimische Vogelwelt stets im Blick

Sonsbeck: Die heimische Vogelwelt stets im Blick
Auf der Bislicher Insel finden die aus Sibirien stammenden Gänse über den Winter eine Heimat. Bis zu 200.000 Tiere kommen den weiten Weg an den Niederrhein. FOTO: Armin Fischer
Sonsbeck. Hans-Bruno Gasthaus: "Zum Vogelkundler wird man geboren". Gern führt er durch Flora und Fauna in der Region. Von Rita Hansen

"Zum Vogelkundler wird man geboren. Das steckt in den Genen", ist Hans-Bruno Gasthaus überzeugt. Förster oder ein Forscher wie Heinz Sielmann hatte er als Kind werden wollen. So las er alles, was er über Flora und Fauna in der Bücherei finden konnte und beobachtete die Tiere im heimischen Umfeld. Auch wenn der gebürtige Kamp-Lintforter beruflich andere Wege ging, "der Gedanke an die Natur ist geblieben. Ich habe immer weiter beobachtet." Als er 1977 nach Sonsbeck zog, beschloss der heute 66-Jährige, sich in seiner neuen Heimat aktiv einzubringen. Anfangs durchstreifte er mit Vogelkundler Gassling den Niederrhein. "Aber ich wollte nicht nur gucken, ich wollte etwas tun", erklärt der Sonsbecker. Nach Absprachen mit Förster Artmann begann er daher mit seiner Frau Monika Nistkästen zu säubern und auszubessern. Dabei registrierte er auch, welche Vögel mit welchem Erfolg brüteten. 1980 gründete er mit einigen Mitstreitern die "Ornithologische Arbeitsgemeinschaft Sonsbeck" (OAS). Drei Jahre später begann der zweifache Vater im Rahmen seiner vogelkundlichen Wanderungen auch anderen Naturliebhabern die Vogelwelt rund um Sonsbeck zu zeigen. Seit 2015 kann man zudem in seiner Begleitung bei den jahreszeitlichen Wanderungen "Expeditionen ins Vogelreich der Bislicher Insel" die Vogelwelt im Jahresverlauf beobachten. Sein wichtigster Leitsatz bei den Beobachtungstouren lautet: "Wenn man etwas für die Vogelwelt tun möchte, sollte man aus der Distanz beobachten und nicht nah an den Brutplatz gehen." Ansonsten verschrecke man nicht nur scheue Vögel, sondern lege kleinen Jägern wie Mardern eine Spur direkt zur Beute. Sperlinge, Meisen-Arten und Amseln seien sehr häufige Vogelarten in Sonsbeck und Umgebung. Am schlechtesten sei es momentan aufgrund der Lebensbedingungen um alle Feld- und Wiesenvögel bestellt. Der Bestand der Waldvogelarten habe sich etwas erholt. Andere Arten haben sich zum Kulturfolger entwickelt. So sind Schwarzdrosseln, ursprünglich Waldvögel, in den heimischen Gärten zu finden. Wanderfalken haben sich im Xantener Dom angesiedelt und bejagen als natürliche Feinde die Wildtauben. Aufgrund der guten Gegebenheiten müsste eigentlich der Neuntöter wieder auf der Bislicher Insel vorkommen, auch wenn der Vorsitzende der OAS dort bislang keinen gesehen hat. Auch gebe es in "Grenzdick" noch die selten gewordenen Schwarzkehlchen. Die ehemals dort lebenden Braunkehlchen habe er schon lange nicht mehr gesehen. Wer bei den Wanderungen durch die Natur nicht nur Interessantes über die Natur sowie die Vogelwelt erfahren möchte, für den bietet der Sonsbecker Verein für Denkmalpflege unter Hans-Bruno Gasthaus' Leitung auch geologische Wanderweg-Führungen an. Die Besucher erfahren dabei neben den geologischen Besonderheiten viel über das Leben in früheren Zeiten bis hin zum Mittelalter.

Die über die OAS angebotenen Führungen sind kostenfrei. Wer eine private vogelkundliche oder naturhistorische Führung für eine Gruppe buchen möchte, kann sich bei Hans-Bruno Gasthaus, 02838 1008, melden. Die rund zwei- bis dreistündigen Führungen kosten 45 Euro pro Gruppe.

Auf der Bislicher Insel finden die aus Sibirien stammenden Gänse über den Winter eine Heimat. Bis zu 200.000 Tiere kommen den weiten Weg an den Niederrhein. FOTO: Armin Fischer
Quelle: RP
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