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Xanten
Die Initiative All inclusive wünscht Hörhilfen im Ratssaal

Xanten. Der barrierefreie Weg um den Dom herum zum Kreuzgang an der Westseite kommt, aber mit der Zusage des Bistums, bis zu 50.000 Euro beizusteuern, ist das Thema nicht durch. Rolli- und Rollstuhlfahrer hätten weiter Probleme, in den Dom zu gelangen, beklagen die Mitglieder der Initiative All inclusive. Der gläserne Zugang über den Kreuzgang sei viel zu eng. Von Peter Kummer

Der ungehinderte Zutritt zum Dom ohne Barriere gehört zu den Hauptanliegen der Initiative. "Wir sind ein ganzes Stück weitergekommen. Aber der Eingang hinten herum entspricht nicht der Norm", klagt Helga Schüngel. "Nach wie vor zählt ein Denkmal mehr als der Mensch", ärgert sie sich darüber, dass die Denkmalschützer beim Landschaftsverband Rheinland (LVR) eine Rampe hoch zum Südportal ablehnen. "Auch die Kirche tut sich da sehr schwer."

Damit weiß sie Sprecherin Angela Weniger an ihrer Seite. Die Lehrerin klagt über eine "sperrige Art der Kirche bei all unseren Anliegen. Viele gehen nicht zum Gottesdienst in den Dom, weil sie nicht hineinkommen."

Ganz oben auf der To-to-Liste, die Wolfgang Diamant, Vorsitzender des Inklusionsbeirats, jetzt für die Haushaltsberatungen an die Ratsfraktionen weitergeleitet hat, steht aber nicht ein barrierefreier Dom, sondern die Lautsprecheranlage im Ratssaal. Von den 29 Vorschlägen auf der Liste hat eine "Hörschleife" als Hörhilfe in dem Saal die höchste Priorität. "Ich brauche gar nicht erst zu kommen, ich kann dort doch nichts verstehen", sagt Rainer Michels, seit dem zwölften Jahr schwerhörig. "Wir müssen die Sensibilität bei den Menschen wecken, dass man auf unsere Anliegen Rücksicht nimmt und Vorschriften eingehalten werden."

Lob zollen die Mitglieder Bürgermeister Thomas Görtz. Bei ihm und auch dem Dienstleistungsbetrieb, der bei baulichen Veränderungen eingeschaltet wird, fänden sie immer Gehör, erkennen sie an, ebenso beim Behindertenbeauftragten der Stadt, Michael Verhalen. Das sagt selbst Wolfgang Diamant, der als FBI-Mann und Grüner parteipolitisch in der Vergangenheit nicht immer auf einer Wellenlänge mit CDU-Mann Görtz gelegen hatte.

2018 plant All inclusive wieder einige Aktionen. Allen voran ist an eine Teilnahme am Protesttag von "Aktion Mensch" am 5. Mai gedacht. Dann wollen die Mitglieder auf dem Markt auf ihre Anliegen eines barrierefreien Lebens im öffentlichen Raum aufmerksam machen. Kritische Gespräche mit Passanten sind neben Verbesserungsideen durchaus erwünscht.

In der Vergangenheit haben die Mitglieder dort auch schon Anfeindungen erlebt, erinnern sie sich an die letzten beiden Jahre. Zudem wird eine Begehung des öffentlichen WC auf dem Markt aus Sicht eines Gehbehinderten vorbereitet, mehrere Ortserkundungen und eine Fahrt nach Arnheim geplant, um sich dort über einen barrierefreien Rundweg durch die Stadt zu informieren. Vielleicht eine Idee für Xanten, meint die Initiative.

Quelle: RP
 
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