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Xanten
Die Mühle am Hanselaerer Tor

Xanten. Wir schreiben das Jahr 1770: Das Osttor der Stadtmauer ist baufällig, so dass die Stadt Kalkar kurzerhand das Hanselaerer Tor verkauft. Der neue Eigentümer, ein Lederfabrikant, ersetzt das Bauwerk durch eine Brücke.

Aus dem Abbruchmaterial lässt er die achtstöckige Lohmühle errichten, auch heute noch eine der größten Mühlen im Rheinland. Zuerst wird dort Eichenrinde zum Gerben von Leder gemahlen, dann über viele Jahrzehnte hinweg Getreide. Ohne ihre Flügel ist die Mühle über 27 Meter hoch, der untere Umfang beträgt 35 Meter.

Der Mühlenverein am Hanselaerer Tor renovierte in den 90er Jahren die Mühle, die im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt wurde, von Grund auf, so dass sogar die alte Technik aus den Anfangsjahren des 19. Jahrhunderts wieder funktioniert. "Neuere technische Errungenschaften wurden ganz bewusst nicht berücksichtigt", schreiben die beiden Buchautoren. Heute ist die Kalkarer Mühle "eine der wenigen Ausbildungsstätten für Müller, die hier noch den traditionellen Beruf erlernen". Das durch Windkraft gemahlene Vollkornmehl wird im angeschlossenen Backhaus gebacken.

(pek)
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