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Schottenfest in Xanten
Die Schotten erobern Xantens Wallanlagen

So war das Schottenfest in Xanten
So war das Schottenfest in Xanten FOTO: Armin Fischer
Xanten. Bei der zehnten Auflage des Festivals wurde gut 8000 Besucher gezählt. Einer der Höhepunkte war die "Highland Dance Competition". Von Erwin Kohl

Wenn gestandene Männer in Röcken durch die Domstadt laufen, ist es wieder soweit: Seit mittlerweile zehn Jahren lässt der Schottische Kulturverein Xanten in den Wiesen des Ostwalls die Dudelsäcke erklingen und Baumstämme in die Höhe schleudern. Alles hat damit begonnen, dass Johannes Haase, der heutige Vorsitzende des Vereins, zu Weihnachten einen Dudelsack geschenkt und keinen Ton aus Selbigem bekam. "Ich bin zur Royal Airforce Pipeband nach Laarbruch gefahren und habe gefragt, ob sie mir das beibringen können. Die fanden es lustig, einen Deutschen in ihrer Band zu haben" erinnert sich Haase. Immer mehr Xantener fanden im Laufe der Jahre Gefallen an dem Instrument und gründeten 1994 die "German Lowland Pipe Band".

Damals gab es bereits die deutschen Meisterschaften im Dudelsackspielen, ausgerichtet in vier Etappen an vier Orten. Vor zehn Jahren war es ausgerechnet die hessische Stadt Schotten, die an diesen Meisterschaften nicht mehr teilnehmen wollte. "Da sind wir spontan eingesprungen und haben das Schottenfestival ins Leben gerufen, das einzige in NRW", berichtet Haase. Mittlerweile hat es sich zum wahren Zuschauermagneten entwickelt. Rund 8000 Besucher strömten am Wochenende durch die Ostwallanlage und das, obwohl immer wieder dunkle Wolken aufzogen. Xantens Schotten sind das nicht nur gewohnt, sie nehmen es mit Humor. "Ein ordentliche Schauer gehört zu einem Schottenfestival, das ist ja keine Jamaika-Party", so Haase.

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Das machte auch die Hamburger "Baul Muluy Pipeband" deutlich, die eingerahmt von knapp 1000 Zuhörern um Punkte für die deutsche Meisterschaft spielte. Zwei Schiedsrichter, eigens aus Schottland eingeflogen, horchen jeden einzelnen Spieler ab. "Jeder falsche Ton gibt einen Punktabzug", erläutert Moderator Jürgen Stickelbrock vom deutschen Highland Games Verband. Nebenan durften sich "Nachwuchs-Highlander" in Disziplinen wie dem Steinstoßen ("Putting the stone") oder dem "Timberwalk" messen, bei dem es darum ging, Vierkanthölzer möglichst schnell durch einen Parcours zu ziehen.

Am Sonntag ging es dann richtig zur Sache. Fünf Damen- und sieben Herrenteams traten zum "Caber Toss", dem berühmten Baumstammwerfen oder dem "Stone of Manhood" an. Bei dieser Disziplin geht es darum, Steine mit einem Gewicht von 40, 60 oder 80 Kilogramm auf ein Gerüst in Hüfthöhe zu hieven. Abgerechnet wird die gesamte Mannschaftsleistung, da kann die richtige Einschätzung der eigenen Kraft durchaus von Vorteil sein. "Wenn sich jemand dreimal erfolglos am 80-Kilo-Brocken versucht, bekommt die Mannschaft keinen Punkt. Schafft jemand dreimal den kleinen Stein, aber wohl", erklärt Stickelbrock. Aktuelle Weltmeister des schottischen Nationalsports sind die Deutschen Michaela Pennekamp und Daniel Dorow.

Neben den Highland Games gab es aber auch noch die "Highland Dance Competition", in der Teilnehmer aus Deutschland, den Niederlanden, Belgien und der Schweiz die besten Tänzer im Kilt ermittelten. Die einzigen Schotten ohne Kilt waren an diesem Wochenende Border Collies. Im Rahmen einer Hütevorführung zeigten die Vierbeiner, wie man eine Schafherde kontrolliert.

Zu den Angeboten am Rande des Show- und Meisterschaftsprogramms zählte auch das "Whisky-Tasting". Von "Wood Finish" bis "Full Power" standen im "Whiskybrunnen" von Jon Wells sechs Sorten zur Verköstigung bereit. Fragt man den gebürtigen Engländer nach dem besten Whisky, überlegt er nicht lange: "Der beste Whisky ist immer der, den ich im Glas habe."

Quelle: RP
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