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Xanten
Die Sommermusik macht ein Jahr Pause

Xanten: Die Sommermusik macht ein Jahr Pause
Ein Bild aus guten Tagen: das Konzert der Wise Guys im Jahr 2016 vor den Toren der Stadt. Damals kamen 1300 Besucher in den Kurpark. 2017 erreichte keine der sechs Veranstaltungen diese Besucherzahl. FOTO: Stoffel
Xanten. 2018 wird es kein Open-Air-Festival im Xantener Kurpark geben. Als Gründe machen die Veranstalter die schlechten Besucherzahlen, das mangelnde Interesse am Kultur-Sponsoring und die Fußball-Weltmeisterschaft aus. Von Julia Lörcks

Die Entscheidung ist gefallen: Die Xantener Sommermusik, das Open-Air-Festival vor den Toren der Stadt, das im Juli zum dritten Mal über die Bühne gegangen ist, wird im nächsten Jahr nicht stattfinden. Das gaben gestern Bürgermeister Thomas Görtz als Schirmherr sowie die beiden Veranstalter, Günter vom Dorp von Voilá Promotion und Dirk Schmidt-Enzmann von Media Spectrum, bekannt.

Gründe dafür gibt es viele. Drei davon wiegen besonders schwer:

1. Die einzelnen Veranstaltungen zogen zu wenig Besucher in den Kurpark. Zum Beispiel das Glenn Miller Orchestra: In Xanten spielte es im vergangenen Jahr, 180 Besucher waren da. Das gleiche Orchester spielte vor zwei Wochen in Mönchengladbach, wo es die Sommermusik schon seit zehn Jahren gibt. Dort kamen 1000 zahlende Besucher. Um eine schwarze Null zu schreiben, benötigen die Veranstalter in Xanten insgesamt 6000 bis 6500 Besucher. In diesem Sommer waren es knapp 4000. Damit gab es keine signifikante Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Görtz bedauert, dass so wenige Xantener die Sommermusik besucht haben. "Irgendwie ist die Veranstaltung nicht in den Köpfen und Herzen der Bevölkerung angekommen."

2. Nicht nur die Anzahl der Besucher, auch die der Sponsoren und die Höhe des Sponsorings sind zu gering. Die Veranstalter der Sommermusik brauchen 60.000 bis 70.000 Euro. In Xanten wurden davon bisher nur 20 bis 30 Prozent davon erreicht. "Wir wünschen uns eigentlich einen Sponsor, der sagt: Das ist meine Veranstaltung, dazu lade ich meine Kunden ein", sagt Schmidt-Enzmann. In Mönchengladbach funktioniere das so. "Dort hängt am Eingang ein Banner mit allen Sponsoren, das war's. Damit sind die Besucher, die Künstler und auch die Sponsoren zufrieden", so vom Dorp.

3. 2018 ist Fußball-Weltmeisterschaft. Das Turnier der Nationalmannschaften zieht erfahrungsmäßig Millionen von Menschen in den Bann. Alle Fußballfans freuen sich darauf, die Organisatoren von Open-Air-Veranstaltungen weniger. "Durch die WM verkürzt sich die Saison von acht auf vier Wochen, das ist uns vor allem in Xanten, wo sich die Sommermusik leider nicht richtig etabliert hat, zu riskant", sagt vom Dorp. Zudem sei der Kurpark momentan eine Baustelle. Dadurch hätte sich die Veranstaltungsfläche reduziert. "Die Bühne könnten wir so, wie sie in diesem Jahr stand, gar nicht mehr aufbauen", sagt Schmidt-Enzmann. Der betont aber: "Die Sommermusik ist noch nicht gestorben."

Im Gegenteil: Der Bürgermeister und die Veranstalter wollen, wie sie selbst sagen, "die kreative Pause nutzen, um das Konzept noch einmal zu überdenken". Görtz: "Und wir warten natürlich auch die Reaktionen ab."

Quelle: RP
 
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