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Xanten
Die TIX ist für den Notfall gewappnet

Xanten: Die TIX ist für den Notfall gewappnet
Paul Kempkes (Mitte) hat das Gerät gestiftet, in dessen Gebrauch Marco Capell (l.) und Maik Bohrmann die Mitarbeiter der TIX nun einwiesen. FOTO: Fischer
Xanten. Der Xantener Paul Kempkes stiftete für den stark besuchten Bereich der Touristinformation Xanten (TIX) einen Defibrillator. Er selbst hatte bei einer Versammlung der Interessengemeinschafts Gewerbetreibender einen Herzinfarkt erlitten und wurde gerettet. Von Beate Wyglenda

Es war ein Schockmoment für alle Beteiligten, als Paul Kempkes bei der IGX-Versammlung im März plötzlich zusammenbrach. Der Unternehmer hatte einen Herzinfarkt, konnte nur dank der sofortigen Reanimationsmaßnahmen - allen voran durch Margret Willemsen - überleben. Nun ist der Xantener wieder in guter Verfassung. Und er setzt sich dafür ein, dass auch anderen Menschen im Notfall schnelle Hilfe zuteilwird. Kempkes stiftete nun einen Defibrillator an die Tourist Information Xanten (TIX). "In so einem stark frequentierten Bereich ist das Gerät gut aufgehoben", sagte er.

Als Kempkes vor einigen Monaten in die lebensbedrohliche Situation geriet, war kein Defibrillator in der Nähe. "In meinem Fall ist dank des sofortigen Eingreifens der Kollegen und des schnellen Eintreffens des Rettungswagens noch einmal alles gut gegangen", erzählte Kempkes. "Mir geht es heute gut, ich habe keine Folgeschäden davon getragen", ergänzte er. Kempkes hatte Glück. Doch er weiß nun auch: Der Einsatz eines Defibrillators kann im Notfall über Leben oder Tod entscheiden.

Wird ein Patient in den ersten 30 Sekunden nach einem Herzstillstand mit einem Defibrillator versorgt, liegen seine Überlebenschancen bei 90 Prozent, so die Statistik. "Bei einer realistischen Anlaufzeit von etwa drei Minuten bis zum Einsatz des Schockgebers belaufen sich die Chancen immer noch auf 60 bis 70 Prozent", ergänzte der medizinische Ausbilder Marco Cappell bei der Einführung des Geräts vor der Belegschaft der TIX. "Ganz ohne einen Defibrillator allerdings hat der Patient lediglich noch eine 20 prozentige Chance zu überleben", gab er zum Vergleich.

Nach der eigenen leidvollen Erfahrung war es Kempkes daher ein großes Anliegen, das im Zweifelsfall lebensrettende Gerät in der Nähe zu wissen. "Ich weiß nun, wie wichtig schnelle Hilfe ist", erklärte er.

Berührungsängste, das Gerät zu bedienen oder generell Erste Hilfe zu leisten, müsse und solle niemand haben, betonte Cappell. "Das Einzige, das man falsch machen kann, ist, gar nichts zu tun", verdeutlichte er weiter.

Einer weiteren Statistik zufolge erhielten dennoch nur zwei von 100 reanimationsbedürftigen Patienten diese Hilfe. "Aus der Erfahrung heraus ist ein Patient nicht mehr zu retten, wenn der Rettungswagen nach acht Minuten eintrifft und der Ersthelfer vor Ort nicht bereits angefangen hat, Hilfe zu leisten", erklärte der Fachmann. "Die Rettungssanitäter bauen eben auf der Arbeit auf, die mit der Reanimation vor Ort begonnen wurde", fügte er hinzu.

Die Handhabe des Defibrillators sei dabei kinderleicht, so Cappell. Mit nur einem Knopfdruck ist das Gerät eingeschaltet. Fortan gibt der Schockgeber selbst Anweisungen, was wie zu tun sei. "Und die Ansagen werden auch ständig wiederholt", so der Ausbilder.

Bürgermeister Thomas Görtz dankte Kempkes und den Mitarbeitern der TIX für diesen Beitrag zur Notfallversorgung. "Ich freue mich, dass Herr Kempkes nun wieder so quietschfidel ist. Man hofft immer, so eine Erfahrung niemals machen zu müssen, doch nun sind wir im Notfall zumindest ein Stück besser gewappnet", sagte er. Ein weiterer Defibrillator steht auch im Rathaus zur Verfügung.

Quelle: RP
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